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Transparenter Naturschutz

Die Natura-2000-Karten für den Landkreis Coburg zeigen dessen einzelne Naturschutzgebiete. Sie sollen Bürgern, Verbänden und Kommunen als Informationsquelle dienen.

Von: Maximilian Schramm

- auszugsweises Zitat aus der np” v. 01.07.2010

Coburg -

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Die auf den Karten dargestellten Schutzgebiete bestehen aus Flora-Fauna-Habitat(FFH)-Arealen und Vogelschutzgebieten, die Teil eines europaweiten Naturschutzprogramms sind. Laut (Regierungs-Vizepräsidentin) Platzgummer-Martin hat man für alle Landkreise Oberfrankens Natura-2000-Karten erstellt. Coburg erhalte diese als erster Kreis. Da es sich bei dem Projekt in erster Linie um die Schaffung einer frei zugängliche Informationsquelle handele, seien die Kreisverwaltungen angehalten, die Karten an die Kommunen und Behörden weiterzugeben.

„Es herrschte ein reges Interesse an den Schutzgebieten", so die Vizepräsidentin. ...Diese Tatsache und das Engagement von Hans Vetter, Leiter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Coburg, seien der Anstoß für die Entwicklung der Karten gewesen. Im Landkreis Coburg finde man 21 FFH-Gebiete, wie zum Beispiel die Muggenbacher Tongruben oder den Mönchrödener Forst. Um mehr Transparenz - gerade für Landwirte - zu schaffen, wollte man die geschützten Gebiete für jedermann sichtbar machen.

Der Coburger Landrat Michael Busch, der die Karten gemeinsam mit Hans Vetter entgegennahm, fügte an, dass man die „Ängste der Landwirte", die als Pächter auf das Land angewiesen seien, verstehen müsse.....rde. Hans Vetter stimmte diesen Worten zu, mahnte jedoch zu einem „flexiblen Umgang" bei der Festlegung der FFH-Gebietsgrenzen, da Nachteile für Landpächter leicht vermieden werden könnten. Da geht es manchmal nur um 50 Meter. Die Landwirte sind immer zu einem Ausgleich bereit", so Vetter.

Soweit „np“ v. 1. 7. 2010.

Das Thema wurde insgesamt wohl etwas dürftig abgehandelt. Zudem ist hier wohl die Problematik nicht ganz transparent dargestellt, jedenfalls nach meinem Eindruck. Ich frage mich zum Beispiel, was der Hinweis auf „Pächter“ sein soll. Es geht doch wohl in erster Linie um Eigentümer der landwirtschaftlichen Flächen. Und wessen Besitz von „FFH“ erfasst wurde, dessen „Ängste“ werden wohl durch die Offenlegung nicht beseitigt. Vermutlich ist er längst informiert und auf das Kartenwerk nicht angewiesen. Überdies sind die einzelnen Gebiete längst per „Internet“ abrufbar und sogar relativ leicht zu finden, da die Systematik den amtlichen topographischen Karten 1 : 25.000 folgt. Die Eingabe der betreffenden Nummer und „FFH“ genügt in der Regel, um fündig zu werden. Beispiel: „5631 ffh“ führt u.a. zum „Feuchtgebiete Rottenbach“ mit genauer Kartierung und Beschreibungen. Und: woran eigentlich herrscht ein „reges Interesse“, an der Idee von „Natura 2000“, an der Bedeutung eines „FFH“-Gebietes oder an der Offenlegung der gebietlichen Abgrenzung? Und was soll der Hinweis auf „flexible Handhabung“, wenn die gebietliche Abgrenzung schon festliegt?

Wichtig wären auch die rechtlichen Konsequenzen aus der FFH-Festlegung, also das grundsätzliche Verschlechterungsverbot. 

Hans Detlef Bürger

 

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