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Auf den Spuren der Bildhauer
In diesem Jahr bereits zum vierten Male folgte der Thüringerwald-Verein den Spuren von Bildhauern im Raum „Eigensdörfer“ und Seßlach. Die Wetteraussichten waren recht ungewiss an diesem ersten September-Sonntag. Große Hitze, Gewitter? Früh sah es noch nicht so aus, vielmehr schon leichter Regen. Immerhin 9 WanderInnen machten sich dann zunächst per PKW auf den Weg nach Seßlach, Parkplatz Schulzentrum. Dort Begrüßung durch den Wanderführer Detlef Bürger mit dem Herbstgedicht von Georg Trakl, ergänzt durch eine gereimte Wander-Vorschau, selbst verfaßt von  Friedhold Göhring. Zunächst ging es entlang der historischen Stadtmauer, überragt von der Pfarrkirche St. Johannes und dem ehem. Getreideschüttboden, zum „Geiersberger Tor“. Eine Besonderheit von Seßlach: die Stadt ist eine der wenigen Orte, die aus dem einstigen Fürstbistum Würzburg zum heutigen Oberfranken gekommen sind.  Am Geiersberger Tor mussten wir wegen einer Straßenbaustelle von der geplanten Route über den Amtsbotenweg abwDSCN3086eichen. Stattdessen folgten wir der neu angelegten Markierung „Pilgerweg Seßlach – Vierzehnheiligen“ unterhalb von Schloss Geiersberg. Dieser Weg ist seit Herbst letzten Jahres mit Holzskulpturen zu religiösen Themen gesäumt.  Eine der ersten ist nahe eines Bauwerks, welches vermutlich zum Schlosspark von Geiersberg gehört und eine Art Wohnturm darstellt.
Nicht weit davon stießen wir dann doch auf den Amtsbotenweg. Hier ist seit 1733 ein Bildstock aufgestellt, dem Hl. Franz Xaver gewidmet. Dieser war Mitbegründer des Jesuitenordens und damit ein führender Kopf der Gegenreformation. Ob er deshalb an der Grenze zum protestantischen Herzogtum Coburg aufgestellt worden ist?
Der Amtsbotenweg , hier zugleich auch „Friedrich-Rückert-Weg“ führt nun ansteigend zum Wald. In diesem Waldgebiet ist er durch zahlreiche Wegweiser ergänzt, die von einer anderen Organistation aufgestellt worden sind. Der Verlauf des Amtsbotenweges wurde nahe Krumbach geändert und stößt am Waldrand auf den Steinlegendenweg. Eine Station dieses Wegs befasst sich mit den historischen Grenzsteinen  im Grenzbereich Coburg – Würzburg.
Nun war es nicht mehr weit bis zur Mittagseinkehr in Watzendorf. Die Kirche in Watzendorf wurde kurz besichtigt, die historische Orgel ist derzeit, wie auch in der Tagespresse berichtet, wegen Renovierungsarbeiten ausgebaut. Die Mittagseinkehr im Gasthof Ehrlicher verlief zur allgemeinen Zufriedenheit. Obwohl  diese Einkehrstätte an diesem Mittag auch eine Familienfeier aufnahm, ging alles recht zügig vonstatten.
Nach der Mittagseinkehr war es doch noch so warm geworden, wie vorhergesagt. Hatten wir zuvor die Kirche aufgesucht und einer Taufgesellschaft begegnet, giDSCN3092ngen wir nun zum Teufel, genauer zum Teufelsstein, einer weiteren Station auf dem Steinlegendenweg. Dieser steinerne Teufel wird aber selbst ein einer Schlange angegriffen, ähnlich groß wie der Königspython, der an diesem Wochenende im Tierheim Coburg zu bestaunen war.
Angenehm war, dass es nun in den Wald ging. Bald war die Tiereller erreicht. Dieser Ort war u. a. bei der Wanderung am 26. Juni besucht worden; neu: der Künstler, Peter Plentz, hat sich an dieser Stelle wohl inzwischen auch selbst verewigt.
Nun ging es auf den Pilgerweg. Hier gibt es drei moderne Skultpuren. Eine Ermahnung gilt sicher nicht nur für Wallfahrten, sondern auch für Wanderungen. Wir sollten aufeinander warten, langsamere mitziehen. Wir kennen alle das Problem bei größeren Wandergruppen, dass es sich zu weit auseinanderzieht.
Natürlich ist die Idee, in der Feldflur oder auch im Wald Skulpturen mit religiösem Bezug zu errichten, nicht neu. Und so findet sich in diesem Waldstück auch ein großes Holzkruzifix. Nicht weit davon stießen wir wieder auf den bereits erwähnten Bildstock mit Franz Xaver.
Und so schloss sich der Kreis, und über den „Stadtweg“ in Seßlach kamen wir zum Parkplatz zurück.
-hdb-