Vor 25 Jahren:

84. Deutscher Wandertag

“Wandern über Grenzen”

vom 9. - 13. August 1984 in Coburg

In wenigen Wochen jährt sich zum 25. Male das größte Ereignis in der Geschichte des Thüringerwald-Vereins Coburg und eine der für die Stadt Coburg nach wie vor größten Veranstaltungen, der 84. Deutsche Wandertag.

Beim “Deutschen Wandertag” treffen sich Wanderer, die im “Deutschen Wanderverband”, (vormals Verband der Deutschen Gebirgs- und Wandervereine” organisiert sind. Das offizielle Programm erstreckt sich über 5 Tage, jeweils Donnerstag bis Montag. Veranstalter sind jeweils der Verband, die jeweilige Kommune und der betreffende Verein. In den 70er und 80er Jahren wuchs die Zahl der Teilnehmer jeweils stark an; in Coburg waren am Sonntag - Festzug und Hauptkundgebung - schätzungweise 15.000 Gäste in Coburg. Es war ja nicht die erste derartige Veranstaltung in Coburg, insgesamt 4 Mal war Coburg Wander-Hauptstadt Deutschlands gewesen, zuletzt im Jahre 1963, also in nicht einmal so langen zeitlichen Abstand. Damals waren aber bei weitem nicht so viele Teilnehmer in Coburg, einige Tausend aber schon damals.

Die Entscheidung für Coburg war zwei Jahre zuvor auf dem Deutschen Wandertag in Eutin (Schlesweig-Holstein) gefallen, natürlich nicht ohne entsprechende Vorarbeit und Vorbereitung. Die folgenden zwei Jahre standen ganz im Zeichen einer intensiven Vorbereitung. Der damalige OB, Karl-Heinz Höhn, wurde zu einem überzeugten und begeisterten Verfechter der Wandertags-Sache. Ohne Unterstützung und Rückendeckung durch die Stadt wäre eine solche Großveranstaltung organisatorisch nicht zu bewältigen gewesen. Insbesondere auch das Fremdenverkehrsamt hat zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen, das gilt für alle dort Beschäftigten, insbesondere Klaus Paskuda und Wfr. Detlef Höhn.  Die Veranstaltung ist natürlich nicht zuletzt auch Werbung für die betreffende Kommune und darüber hinaus für die gesamte Region, einmal durch die Aufmerksamkeit der Medien, dann aber auch im Kleinen, indem die vielen Teilnehmer ihre Eindrücke in ihre Heimat tragen und als Multiplikatoren wirken. Wieviele Dia- oder vielleicht auch schon Video-Vorträge über den Wandertag in Coburg mögen wohl in diesem Jahr landauf, landab gehalten worden sein?

Donnerstag und Freitag

Ein deutscher Wandertag beginnt traditionsgemäß mit dem Donnerstag. An diesem Tag trifft die Wimpelgruppe ein, welche den Wandertagswimpel vom Wandertagsort des Vorjahrs zum diesjährigen Ausrichtungsort zu tragen hatte. In diesem Falle waren es die Wfr. vom Rhönclub, die eine verhältnismäßig kurze Strecke zu bewältigen hatten. Auch sonst reisen schon viele Wanderer an. In Coburg gab es eine glanzvolle Eröffnungsfeier im Landestheater Coburg. Am nächsten Tag gibt es Wanderangebote; im Jahre 1984 stand, dem Motto “Wandern über Grenzen” - die damalige Zonengrenze im Vordergrund, aber auch Vierzehnheiligen. Am Abend der erste der beiden Heimatabende im Festzelt auf dem Ketschenanger.

OB

Im Dienstzimmer von OB Höhn die Führungsspitze des Verbands: Gf. Rabe, Prof. Schönamsgruber und Präsident Schubach

Im Mittelpunkt des Geschehens am 3. Tag, dem Samstag, 11. August 1984, stand der historische Marktplatz der Stadt Coburg im Mittelpunkt des Geschehens. Bereits am Vormittag erfreute die Wanderjugend die Zuschauer auf dem Podium mit Spiel und Tanz, am Nachmittag folgte das offenen Singen und Tanzen der Wanderjugend, gefolgt vom Empfang der Wimpelgruppe aus Fulda.

Abends wiederum Heimatabend auf dem Festzelt am Ketschenanger. Es handelte sich um das “Vogelschiessen”-Festzelt, dessen Standzeit entsprechend verlängert wurde, eine wirtchaftliche Lösung.

Zwischen zwei turbulenten Ereignissen Momente der Stille und Einkehr: der ökumenische Gottesdienst am Sonntagvormittag im Hof der “Ehrenburg”, zelebriert von den Dekanen Haberer und Lang.

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parkende Omnibusse zum Sonntag - u. a. Hauptkundgebung

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wimpel

Was blieb nach der Schlusskundgebung am Tag danach, dem 13. August 1984? Erschöpft, aber glücklich und stolz waren wir. Wir hatten etwas erreicht, nicht für uns selbst, auch nicht nur für die Sache des Wanderns, sondern auch für Coburg.

“Wandern über Grenzen”, unter diesem Leitsatz stand dieser Wandertag, eine Vision damals. Wer ahnte damals schon, dass nur fünf Jahre später die Grenzen fallen würden und wir einfach so nach Thüringen und in Thüringen wandern konnten.

Zunächst aber stand eine weitere Aufgabe bevor: die Wimpelwanderung von Coburg nach Osnabrück im kommenden Jahr 1985.

Und was blieb dann? Leider für uns als Verein weniger als erhofft. Der von mir persönlich erhoffte Mitgliederzuwachs blieb aus. Insbesondere fehlen jüngere Mitglieder, es ist noch die gleiche Führungsriege da wie vor 25 Jahren, wobei allerdings schon mancher die letzte Wanderung angetreten hat.