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Aus “Das Farnkraut” Nr. 4/1972

Treueversprechen an Adalbert Bringmann

 

Durch das unerwartete Hinscheiden unseres bewährten Heimatpflegers Adalbert Bringmann haben Heimat- und Denkmalspflege im Coburger Bereich unseres fränkisch-thüringischen Grenzlandes einen herben Verlust erlitten. Der Thüringerwald-Verein verlor in ihm einen treuen Freund und aufgeschlossenen Förderer der Wandersache, unsere Zeitschrift einen unersetzlichen Informanten, Berater und Mitarbeiter.

Als Coburger mit profundem landes- und kulturgeschichtlichem Wissen hat sich Adalbert Bringmann als das »kunsthistorische Gewissen« unserer Heimat verstanden. Er hat diesen selbstgewählten Auftrag mit unerschütterlicher Liebe zur Sache, mit vorbildlichem Idealismus und mit der ihm eigenen Konsequenz so wahrgenommen, wie er das unseren Lesern vor Jahren versprochen hat: als stets uneigennützig wirkender, notfalls aber auch unbequemer »Feuermelder vom Dienst«. Seinem allzeit rechten Gespür für das Erhaltungswürdige und seiner ausgleichenden Natur ist es zu verdanken, wenn viele von Modernisierungsmaßnahmen bedrohte unersetzliche Werte erhalten geblieben, manch leichtfertige Veränderungen verhindert worden sind. Als unermüdlicher Streiter für das Richtige, weil Wahre, hat uns Adalbert Bringmann ein mahnendes Beispiel dafür gegeben, wie man - um es mit seinen Worten auszudrücken - »nur mit einer aus gründlicher Rückbesinnung gereiften Weltschau nach vorwärts leben« kann und darf. Ihm und seinen nachgelassenen Konzeptionen, die es unentwegt fortwirken zu lassen gilt, schulden wir das Treueversprechen, in seinem Geiste und mit der von ihm vorgelebten Initiative unser Bemühen um Werte bewahrende Heimatpflege zu intensivieren.                                                   W.U.

Nachfolger Heimatpfleger