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Es hat ja, zugegeben, eine Zeit gedauert, bis ich den Sinn der Galerie kleiner Wappen um die Grabmale in der Morizkirche halbwegs verstanden habe.
Es sind also jeweils 16 Wappen, und zwar genau die der jeweiligen Ururgroßeltern, also der 4. Generation der Vorfahren. Dies dient dem Nachweis, dass alle Vorfahren dem Adel, und zwar hier dem Hochadel angehörten. Natürlich ist unter den Vorfahren immer einer aus der eigenen Linie, im Falle von Johann Casimir und Johann Friedrich also der Herzöge bzw. Kurfürsten von Sachsen. Durch die jeweilige weiblichen Linien fächern sich die Vorfahren naturgemäß durch das ganze damalige deutsche Reich und darüber hinaus mehr und mehr auf. Ergänzung nach weiteren Studien hierfür, insbesonder auch auf der website von heraldik.-Dr. Peter:

Sowohl bei Johann Friedrich als auch bei Elisabeth folgt die Anordnung der Ahnenwappen - insgesamt 16 - strikten Regeln.

Demnach sind vom Betrachter aus oben links die ersten vier die Ururgroßväter väterlicherseits, rechts die Ururgroßvtäter mütterlicherseits vertreten. Jeweils darunter die entsprechenden Gemahlinnen.
Bei Johann Casimir dagegen stimmt diese Systematik nicht, er gibt also auch hier noch Rätsel auf.
Das Bild unten zeigt die Ahnen von Johann Friedrich II bis in die 4. Generation zurück.

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Naturgemäß sind die Verwandten in gerader Linie aufsteigend sämtlich Herzöge bzw. Kurfürsten von Sachsen, nämlich Johann Friedrich I (“der Großmütige”), Johann (“der Beständige”), dann Ernst, unter welchem die Leipziger Teilung vorgenommen wurde und schließlich Friedrich II, der letzte Wettiner mit einem noch ungeteilten Herrschaftsgebiet. Daher ist das sächsische Wappen in der Ahnenprobe auf dem obersten Rang, nämlich optisch links oben. Dann folgt Mecklenburg mit drei Vorfahren auf der Vaterseite, dann Bayern und Pommern (Wolgast).

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Auf der “Mutterseite” nimmt das Herzogtum Kleve-Mark diesen ersten Rang ein, gefolgt von Jülich-Berg. Die Beschriftung oben “Jülich” und auf der 2. Stelle “Ravensberg” ist insoweit nicht ganz korrekt. Die Mutter von Johann Friedrich war Sybille von Kleve, unter deren Vater waren die niederrheinisch-westfälischen Staaten erstmals vereint. Das Herzschild beider Wappen ist der “Ravensberger Sparren”. Schliesslich  nimmt Jülich-Berg hier den zweiten Rang ein - drei Vorfahren. Dann im Jahre 1609 starb diese Dynastie der Jülich-Cleve-Berg aus, es entbrannte der entsprechende Erbfolgestreit. Auch Johann Casimir war beteiligt, allerdings im wesentlichen erfolglos - siehe Jülich - Cleve - Berg. Es folgen dann Hessen und Brandenburg.

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Im unteren Teil folgen dann die Wappen der Gemahlinnen, auf Vaterseite Österreich, Braunschweig, Brandenburg und Pommern - Stargard, auf Mutterseite Burgund, Katzellenbogen, “Sachsen zu Engern und Westfalen” (eigentlich: Sachsen-Lauenburg und Sachsen.