Nur noch Fragmente sind vom “Ernst- Alexandrinen-Volksbad erhalten. Zur Bau-Zeit um 1907 war eine solche Einrichtung ein sehr beachtlicher Fortschritt, der, wenn überhaupt, nur in weit größeren Städten zur Verfügung stand. Finanziert wurde der Bau aus einem Vermächtnis der 1904 verstorbenen, im Volk hochverehrten Herzogin-Witwe Alexandrine. Wohl aus diesem Grund hat sich die Bezeichnung “Alexandrinenbad” eingebürgert. Der Baumeister war der in Coburg viel beschäftigte Max Böhme (1870 - 1925), Bildhauer Otto Poertzel (1876 - 1963). Von Max Böhme stammen u. a. die Heiligkreuzschule u. das. ehemalige Kaufhaus in der Spitalgasse 19. Im Jahre 1971 wurde der Trakt mit den Badeeinrichtungen trotz heftiger Proteste aus der Bevölkerung abgerissen, es blieb der sog. Portikus-Bau. (kritische Anmerkung: in Bamberg hatten in einem ähnlichen Fall die Proteste Erfolg; daher stehen heute noch alle  Bauten eines Hans Jakob Erlwein, auch der chirurgische Pavillon und das E-Werk.

Der Begriff “Jugendstil” wird im Allgemeinen auf den Titel einer seit 1896 in München erschienenen Kulturzeitschrift zurückgeführt. Diese Stilrichtung umfasst die gesamte bildende Kunst; die Einflüsse reichen bis in das Kunstgewerbe und die industrielle Produktion. In der Architektur ist der Jugendstil streng vom Historismus zu unterscheiden, der in Coburg stark vertreten ist. Der Jugendstil war ursprünglich Protest gerade gegen diese überkommenen Formen.
  Siehe auch: Giebel

Alexandrinenbad Portikusbau Coburg
Ernst-Alexandrinen-Volksbad Coburg
Alexandrinenbad Coburg
Detail Portikusbau
Detail Portikusbau
Detail Portikusbau
Alexandrinenbad 10ß7
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Diese nackte Schönheit haben wohl nur wenige so aus der Nähe gesehen, steht doch diese Statue in schwindelnder Höhe auf dem Giebel des Portikus-Baues. Im Jugendstil wurden gerne Akt-Skulpturen öffentlich dargestellt, was sicher nicht überall ohne Protest abgegangen ist. Die Schöne steht auf eher fratzenhaft-dämonischen (im Bild darüber!). Die Gestik wirkt eher scheu und abwehrend. Ob ihr schwindelig ist oder ob sie Zudringlichkeiten abwehrt, ist nicht ersichtlich. Tief darunter, im Badehaus, waren die Bekleidungsordnungen natürlich weitaus strenger; insbesondere waren die Damen züchtig verhüllt.

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