Andreas Stubenrauch:

Auf der Sennigshöhe

In: „Heimatkundliche Lesebogen für das Coburger Land“ Nr. 5/6 – 1959

Zu dieser Zeit befassten sich die szt. beim Verlag Karl Ihl erscheinenden „Heimatkundlichen Lesebogen“ offenbar schwerpunktmässig  mit der Heimatkunde der  „Langen Berge.“

Auch dieser Autor schildert in dem oben erwähnten Beitrag  zunächst die  Geschichte des Alexandrinenturms.

Breiten Raum nimmt die Schilderung der halb „ins Wasser gefallenen“ Einweihungsfeier am 27. Mai 1906 ein, allerdings ausschließlich auf der Sennigshöhe selbst und nicht in Meeder.  Die Namen der Ehrengäste sind hier noch ausführlicher als selbst im Bericht der „Coburger Zeitung „ vom 29. Mai:

„Geheimer“ Staatsrat Schmidt, Oberbürgermeister Hirschfeld, Landrat Schmidt, Amtsgerichtsrat Moritz, Landtagspräsident Arnold, Vizepräsident Gutsel, Stadträte Hülbig, Müller und Schindheim, „mehrere Offiziere“, natürlich  der Vorsitzendendes Turmbaukomitees Max Appel , Stadtbaumeister Böhme.

Dann trafen aber erst die allerhöchsten Herrschaften ein: das Herzogspaar Carl Eduard und Viktoria Adelheid mit Gefolge.

Heute vermutlich nicht mehr allgemein bekannt ist der „Herzog-Carl-Eduard-Marsch“, den Lehrer Götz aus Meeder eigens komponiert hatte. Auch die vereinigten Gesangvereine kamen zur Geltung.

Die Festrede von Max Appel, in der „Coburger Zeitung“ a.a.O. wörtlich wiedergegeben, wird bei Stubenrauch knapp sinngemäß wiedergegeben wie auch die Antwort des Herzogs und die anschließende Öffnung des Turms. Die Feierstunde habe mit der Komposition Ernst II „Hymne“ und dem Lied „Mein Coburg“ geendet.

Ferner heißt es, dass die Gäste auf das geplante Volksfest verzichteten und „in aller Eile“  des Regens wegen das Festgelände verließen.

Knapp wird die weitere Entwicklung geschildert, die schließlich zur Sprengung des Turms am 22. März 1936 geführt hat.

Stubenrauch führt weiter – allerdings ohne Belege – aus, dass unter den Mitgliedern des Thüringerwald-Vereins der Wunsch nach einer „Raststätte“ auf der Sennigshöhe aufkeimte.

Ein Wunsch, der bekanntermaßen am 18. Juli 1936 „mit einem großartigen Volksfest“  in Erfüllung ging.

Abgedruckt ist ferner das „Schursch“ – Gedicht „Ma muß fei lob die ganza Sach“.

Stubenrauch schließt mit dem Hinweis, dass der Thüringerwald-Verein die Alexandrinenhütte zunächst pachtweise bewirtschaftet hat und dass nach dem 2. Weltkrieg das Eigentum übertragen wurde.

„Sie ist bei ihm in guten Händen und viele Menschen werden sich an dieser Stelle im Coburger Land freuen und Erholung finden.“

In der gleichen Ausgabe der “Heimatkundlichen Lesebogen” findet sich übrigens auch eine sehr schöne Beschreibung des Weges durch den Weißbachsgrund zur Sennigshöhe, verfaßt von Ernst Müller, Coburg. Offensichtlich handelt es sich bei dem Verfasser um einen Kenner der heimischen Flora. Er verweist auf die nicht alltäglichen Vorkommen an diesen Standorten, also etwa Knabenkraut, Aronstab und Türkenbundlilien, Rotes Waldvögelein und Gelber Sturmhut.

-hdb-

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