Gelesen in der “Coburger Zeitung” vom 3. April 1913 - wie immer, “online”-Ausgabe der Bayerischen Landesbibliothek.

Auch heute noch interessant: vor dem Appellationsgericht von Brüssel scheiterte entgültig die Klage der Töchter des Königs Leopold II von Belgien (1835 - 1909, Regent ab 1865) auf Herausgabe dessen Nachlasses. Nicht betroffen von dieser Entscheidung sei die “Niederfüllbacher Stiftung”, die in Belgien als “nicht existent” angesehen worden  war. Zum Hintergrund: dieser Monarch hatte sich 1885 die Kongo-Kolonie als persönliches Eigentum reserviert und dann aber diesen Besitz auf den belgischen Staat übertragen und weitere Vermögensbestandteile auf die “Niederfüllbacher Stiftung”.

Ein weiteres Thema war einmal mehr die neu zu bauende Bahnstrecke Coburg - Grabfeldgau - Schweinfurt. Im Vordergrund der Erwartungen stand hierbei die Verkürzung der Fahstrecke per Bahn nach Frankfurt (Main). Bisher war diese über die “Werrabahn” Eisenach und Bebra 336 km, alternativ Bamberg - Würzburg 284 km. Die neue Linie hätte hier eine Ersparnis auf ca 200 km erbracht.

Breiten Raum nahm dann der Bericht über die letzte Sitzung der Stadtverordnetenversammlung. Damals gab es neben den Stadtverordneten (in etwa der heutige Stadtrat) noch den Magistrat.

Es ging um den Haushalt und hier insbesondere auch die Besoldung der Bediensteten. Heute wäre dies nichtöffentlichen Sitzungen vorbehalten, damals wurden die Einzelansätze mit Namen genannt und teilweise auch in den Zeitungen gebracht. Besonderes Interesse fand offenbar die Besoldung des Stadtbaurats Max Böhme. Das Gehalt hat im Jahr 6500 Mark betragen mit der Gestattung von Nebeneinnahmen. Zum Vergleich: ein Ratsdiener war mit 1800 Mark, ein Sekretär mit 2900 Mark eingestuft.

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