Samstag, 31. Mai 1913 – „Coburger Zeitung“ online über die „Bayerische Landesbibliothek“. Die Zeitung gehört zum Bestand der Landesbibliothek Coburg

 

Der Friedensvertrag bezüglich des Balkan sei unterzeichnet worden. Zar Ferdinand, Zar Nikolaus und Kaiser Wilhelm hatten Telegramme gewechselt.

Zar Nikolaus äußerte sich „zufrieden“ über den an sich unpolitischen Besuch in Berlin. Beobachter werteten dies auch als Anzeichen für eine Sicherung des Friedens in Europa. Ein fataler Irrtum. 

 Deutscher Reichstag

Schon damals war die Einbürgerung von Ausländern ein Thema. Die sozialdemokratische Fraktion wandte sich gegen die automatisierte Einbürgerung der Frauen und für eine Lockerung der Einbürgerung von Ausländer an sich. Die nationalistische „Coburger Zeitung“ nannte dies natürlich „laxere Handhabung“. Die sozialdemokratischen Abgeordneten wurden als „Genossen“ bezeichnet, was hier natürlich abwertend gemeint war.

 Coburg

Ausführlicher Bericht über die ordentliche Sitzung der Stadtverordnetenversammlung. Im Vordergrund ging es damals um die innerstädtische Infrastruktur, vor allem Bürgersteige, Entwässerung usw., auch Abortanlagen im „Zollhof“.

Für das Alexandrinenbad wurde der Haushalt mit 39.110 Mark beschlossen (Wirtschaftsjahr 1.4.-31.3.).

Ferner ist die Rede von der „Regulierung der Spitaltorinsel“ (??) und in diesem Zusammenhang mit dem Miet- und Pachtverhältnis mit einem Herrn Gräf.

Damals wurden offenbar die Buslinien Coburg – Colberg –Heldburg sowie Coburg – Dietersdorf eingerichtet. Die Stadt musste aber hier „Garantiesummen“ erbringen, d. h. vermutlich Betriebsverluste ausgleichen oder feste Zuschüsse aufwenden. Es ging um die heutzutage gering erscheinenden Beträge von 1900 Mark.

Damals wurden auch Personalangelegenheiten öffentlich verhandelt, heute unvorstellbar. Damals ging es um den Lehrer Albert Stubenrauch, der fest angestellt werden sollte. Nach 1945 wurde ein anderer Namensträger im Coburger Land bekannt, Rektor Andreas Stubenrauch.

Weißenbrunn v. W.

Ausführlicher Bericht über das 40jährige Sängerjubiläum des Ferdinand Büttner bei den Choradstanten. Dabei war in offensichtlicher Anspielung auf Heinrich Schaumberger auch von „Bergheim“ die Rede.

 

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