Drei-Schlösser-Wanderung

 

Der Wetter-Umschwung vom Sonntag des Stiftungsfestes bis zum ersten Juni-Sonntag hätte heftiger nicht sein können. Hatten heftige Regengüsse bei  Keller-Temperaturen das Stiftungsfest auf der Sennigshöhe umdräut, war eine Woche später der Sommer endlich eingekehrt, fast war es schon zu warm!

Dennoch wagten sich immerhin dreizehn Teilnehmer am frühen Sonntag-Nachmittag auf diesen Weg. Wfr. Detlef Bürger erinnerte daran, dass die Ehrenburg entstanden ist, weil die damals noch gesamt-ernestinischen Fürsten den Wunsch hatten, anstelle auf der hochgelegenen Festung einen komfortableren Wohnsitz in der Stadt zu bewohnen. Leben auf den Schlössern war keineswegs so romantisch mit Minnesängern und Turnieren, wie man sich dies später vorgestellt hat; bekannt wurden die Klagen des Martin Luther über die “heulenden Stürme” auf der Veste.  Als neuer Standort bot sich ein durch die Reformation aufgehobenes Kloster an, ab 1547 wurde es zum Stadtschloss umgebaut. Im 17. Jhdt erneuter Umbau nach Brand im Barock-Stil, heutige Gestaltung unter Ernst I zu Anfang des 19. Jhdt.

Im Hofgarten, der in seiner jetzigen Form und Bebauung erst entstehen konnte, nachdem der ursprüngliche Festungscharakter entfallen war, gibt es    zahlreiche besondere und teils exotische Bäume zu bewundern, bis hinauf zum Mammutbaum nahe der Bastion „Bunter Löwe“.

In der ersten Hälfte des 19. Jhdt begann man sich jedoch  wieder für das Mittelalter zu begeistern, Dichter , Maler und Musiker beschworen eine zumeist romantisch verklärte Vergangenheit. Viele lange vernachlässigte Burgen und Festungsbauwerke wurden erneuert – wie die Veste Coburg. Dies geschah in der ersten Hälfte unter Ernst I und Architekt Heideloff, dann nochmals unter Carl Eduard, wo die heutige Gestalt der Veste entstand. Diese Entwicklung war natürlich nicht auf Coburg beschränkt, man kann sagen, dass die wenigsten der heute erhaltenen Burgen und Schlösser noch so wie im Mittelalter aussehen. Es entstanden schliesslich auch reine unhistorische Phantasie-Burgen (“Neuschwanstein”).

Die Wandergruppe zog vorbei an der Veste zum nahen Bausenberg-Wald. Am Eingang des Waldes verlas der Wfr als Wanderspruch ein Gedicht von Christian Morgenstern. Die schattige Kühle des Laubwaldes wurde bereits wieder als angenehm empfunden. Die sich nahenden Autobahn-Geräusche kündigten das Ende dieses Abschnitts an. Es ging nun weiter auf dem „Carl-Escher-Weg“ und einem von der Stadt angelegten Fußweg oberhalb der „Thümmels-Mühle“ nach Untereinberg und über Oeslau zum Schloss Rosenau.

Dieses kleine Schloss hat seinen Ursprung im Mittelalter, die heutige Form verdankt es wiederum der bereits erwähnten, romantisierenden Mittelalter-Begeisterung des 19.  Jhdt, als es in den Besitz des Herzogshauses übergegangen war. Die ersten Bewohner des Sommerschlosses waren Herzog Ernst I und seine Gemahlin; hier wurde Prinz Albert, später Prinz-Gemahl der Queen Victoria, geboren.

Bekanntlich verlief ansonsten die Ehe des Herzogspaares wenig glücklich, die Gemahlin wurde in das Fürstentum Lichtenberg verbannt.

Nun war es nicht mehr weit bis zum Ziel, diese Wanderung klang im Garten des Gasthauses „Schaller“ (vorm. „Büchner) in froher Runde aus.

 

 

 

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