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Das erste Stadtwappen von Coburg ist anhand eines Siegels für 1272 nachgewiesen. Es war aus dem Wappen der damaligen Landesherren, der Grafen von Henneberg, abgeleitet. Diese Henneberger waren Landesherren ab 1248 (sie lösten insoweit die Herzöge von Meranien ab) bis 1353 (durch Ehe ging die “Pflege Coburg” an Wettin. Die Henneberger geboten zeitweise über eine beachtliches Territorium von Salzungen bis Coburg, dazu noch fränkische Gebiete um das heutige Bad Kissingen und Münnerstadt. An ihren Namen erinnert in Coburg heute ein beliebtes Gasthaus. Ihr Wappen aber, ein Huhn auf einem Hügel (“redendes Wappen”) ist in Coburg weit verbreitet, teils als Einzelwappen, teils auch als Feld in einem der mehrfeldrigen Fürstenwappen. Diese Abbildungen stammen allerdings von einem - zur Bauzeit - nicht städtischen, sondern herzoglichen Gebäude, der Regierungskanzlei. Die Henne ist also, ebenso wie Meißener Löwe und Mohrenkopf, in der Tinktur gleich, also schwarz in gold. Das damalige Stadtsiegel war eine Abwandlung aus dem landesherrlichen Wappen, die Henne auf einer stilisierten Stadtmauer.
Links von der “Karitas” das Wappen von Römhild, die in rot eine silberne bekrönte Säule. Damit hat es eine besondere Bewandtnis.
Das Wappen ist identisch mit demjenigen des römischen Adelshauses der “Colonna”. Einer sagenhaften Überlieferung zufolge sollen die Henneberger, einst Herren von Römhild, von Römern abstammen, welche vor der Eroberung Roms durch die Vandalen geflohen seien.

Literatur: Vinzenz Czech: “Legitimation und Repräsentation”, Berlin 2003.
 

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