Zur Geschichte von Schloss Geyersberg
Oberhalb der Stadt Seßlach

In dem Archiv des Thüringerwald-Vereins Coburg fand sich ein Schreiben vom 7. 10. 1963 an Werner Ungelenk. Verfasser war Hans Reiser, Bundesbeirat des Frankenbundes. Er wohnte szt. In Bamberg, Steinertstrasse und war mir damals von Person bekann t. Hans Reiser war szt. wohlbekannt als Heimatforscher er war bereits 81 Jahre alt, als er diese Abhandlung verfasst hat. 

Die kleine Abhandlung war zur Veröffentlichung im „Farnkraut“ bestimmt.

Der Geyersberg bei Seßlach war einst Königsgut, später Burggut des geistlichen Fürstentums Würzburg. Dies bezeugt eine Urkunde aus dem Jahre 1290, vermöge welcher der Bischof Mangold von Neuenburg   dem Ritter Karl von Heldritt nebst mehreren anderen Zehnten und Dörfern auch das Schloss Geyersberg u. Gericht und das Dorf Wasmuthausen verpfändete. Es wurde bald wieder abgelöst, denn schon im Jahre 1331 kommt der Ritter Lutz Schott als des Stifts Burgmann daselbst vor. Nachher wurde Geyersberg den Schotten als Lehen verliehen, bis es Otto von Lichtenstein 1449 von Wilh. Schott erkaufte und in lehenbarer Eigenschaft an sein Geschlecht brachte. Die Freiherren von Lichtenstein in Franken, weit verzweigt, waren Stifter der Hauptlinie zu Geyersberg u. kommen daselbst schon anno 1299 vor. Von da ab kam Geyersberg in den Besitz des Freiherrn von Bibra, später an den Herrn von Babel-Remmingen (Coburg), der die Zugbrücke beseitigen u. den Wallgraben einebnen ließ. 1839 ging das Rittergut in den Besitz der Grafen von Ortenburg-Tambach über. 1920, kurz vor der Inflation, erwarb es Dr. Luginger und es kam nach Jahren in Verfall…bis es dann 1962..Georg Salb, Seßlach…erwarb und 1963 unter einem bedeutenden Kostenaufwand restaurieren liess, das heute (also 60er Jahre des 20. Jhdt) zu einer bedeutenden Sommerfrische wurde und von Hotelier Eichhorn aus Neustadt b. Coburg betreut wird. ..

Der Name Geyersberg deutet auf den Raubvogel hin. Dass auf dem Geyersberg einst eine Familie Geyer hauste, ist abwegig, denn nach einer von dem Bayer Staatsarchiv Würzburg an mich ergangenen Bescheid vom 19.11. 1921 gehörte dieses Geschlecht der fränkischen Reichsritterschaft Altmühl (nicht Baunach) an. Sein Stammschloss war Geyern im Bezirk Weissenburg in Mittelfranken. Ausser diesen Schenken von Geyern gab es noch eine reichsritterschaftliche Familie Geyer von Giebelstadt, deren Stammhaus Giebelstadt bei Ochsenfurt war. Dieses Geschlecht ist 1708 ausgestorben.

Soweit also Hans Reiser im Jahre 1961. In Seßlach gibt es eine “Hans-Reiser-Straße”; ob hier ein Zusammenhang besteht, ist mir nicht bekannt.

-hdb-
 

 

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