Aus „Das Farnkraut“ Nr. 2/1993

 In diesem Zeitraum war die „Vogelstimmenwanderung“ längst etabliert. Anders als bei ähnlichen Exkursionen, wie sie etwa von verschiedenen Ortsgruppen des Landesbunds für Vogelschutz unternommen werden, legen wir doch eine längere Strecke zurück. Dabei wird das Augenmerk auf die Natur insgesamt gerichtet.

 Vogelstimmen - Wanderung

 Alljährlich im Frühjahr macht sich der Thüringerwald-Verein Coburg auf, um zu früher Morgenstunde dem Konzert unserer Singvögel zu lauschen. Waldemar Barnickel, der sich als Ornithologe einen Namen gemacht hat, hat diese Einrichtung ins Leben gerufen. Seit einigen Jahren steht ihm Frank Reißenweber zur Seite. Auch er hat sich einen ausgezeichneten Ruf als Naturschützer und Vogelkundlererworben. Solcherart kompetent geführt, startete eine stattliche Zahl von Wanderern in Rodach. Gleich zu Anfang konnte ein Grünspecht beobachtet werden. Selbstverständlich fanden auch die Rodacher Störche ihre Beachtung.

 Anfangs ging die Wanderung im Wortsinne nur "Schritt für Schritt" voran, denn es galt immer wieder andere Arten von Singvögeln akustisch zu erkennen. Dem kundigen fällt es leichter, einen Vogel an der Stimme zu erkennen als den oft verborgenen optisch auszumachen. Im Wiesengrund unweit der Hirschmühle wurden verschiedene Wiesenbrüterarten ausgemacht. Die beiden Vortragenden wiesen auch auf den biologischen Sinn des Vogelrufs hin: Abgrenzung des Reviers, Signale für paarungsbereite Partner.

 In der nordwestlichen Ecke unseres Landkreises wurden auch Flächen auf gesucht, die vom Thüringerwald-Verein und vom Landesbund für Vogelschutz angekauft wurden und daher unter besonders konsequentem Naturschutz stehen. Wenn hier durch Baumaßnahmen die Ausbildung von Feuchtgebieten unterstützt wird, dann wird hierdurch das Nahrungsangebot für die hier brütenden Störche gefördert. Auch seltenere Pflanzenarten finden hier einen geschützten Standort.

 Die Stunden bis zur Mittagseinkehr in Roßfeld vergingen wie im Fluge. Am Nachmittag wurde bei zunehmender Schwüle noch ein Streifzug durch die bewaldeten Hügel hinter dem Georgenberg unternommen. Auffällig war in diesem Bereich ein starker Befall an gespinstbildenden Raupen. Hierzu siehe auch den “internen link” Schwammspinner

Zum Abschluß galt ein besonderer Dank den beiden Wanderführern. Der Thüringerwald-Verein darf sich glücklich schätzen, solch fachkundige Leute in seinen Reihen zu wissen.

-hdb-