Aus „Das Farnkraut“ Nr. 1/1982

 

Aus den Zeilen des damaligen und langjährigen Fürstehers Michel Ott, Zapfendorf, dem unmittelbaren Nachfolger von Dr. Julius Kober, ist die Freude über den neuen Glanz der Rennsteig-Erinnerungsstätte anzumerken. Wer hätte sich damals träumen lassen, dass dieser geschichtsträchtige, unersetzliche Bau im Jahre 1988 ein Raub der Flammen werden würde? Die „Wende“ und die Wiedervereinigung hat das Waldhaus nicht mehr erlebt, bei der Eröffnungswanderung am 28. 4. 1990 war nur noch traurige Brandruine.

 Weidmannsheil[1], die Stammburg des Rennsteigvereins lädt wieder zur Einkehr ein

 Am 29. Januar 1982 war es soweit. Einige Tage vorher kündigte der Besitzer des Waldhauses, unser Renner K. Z[2]. die Eröffnung der Gasträume „Rennsteig-Stube und Jagdzimmer“ für die Öffentlichkeit mit einer Schlachtschüssel an. Der Fürsteher mit den Rennern Walter und Perbandt machten sich zeitig auf den Weg, um die Ausgestaltung der Rennsteig-Stube mit den alten Bildern und Symbolen vornehmen zu können. So erinnern der Gründungs-Fürsteher des Rennsteigvereins Dr. Ludwig Hertel, das Försterehepaar Sauer mit dem heute noch allgegenwärtigen Mareile, der Thüringer Wandersmann Hofrat August Trinius, der pfundige Schlüssel zum Roten Turm[3] mit Ölkanne und Sturmlaterne und vieles mehr, an die Pionierzeit des Rennsteigvereins sowie der fröhlichen Gastlichkeit des Waldhauses. So ist der Gründungsraum des Rennsteigvereins erhalten geblieben, lediglich Farbe und Pinsel sorgten für Auffrischung und eine neue Theke, die den heutigen Ansprüchen gerecht wird, fügt sich nahtlos in die alte Vertraulichkeit. Für dieses Entgegenkommen und die großzügige Gestaltung des gesamten Waldhauses danken wir Wanderfreund K. Z. besonders herzlich.

 Die Bewirtung liegt in den bewährten Händen des Gastronomen F.[4], der auch das Freizeitzentrum Steinbach bewirtschaftet, und von daher für viele kein Unbekannter ist. Der gute Besuch an diesem Abend, wir mußten eng zusammenrücken, die deftige Küche und der gewölbefrische Keller waren ein gutes Omen für die Zukunft.

 Inzwischen hat auch der Bayerische Rundfunk das Waldhaus entdeckt. Die Sendung „Grüße aus Oberfranken" vom 14. Februar 1982 wurde dort aufgenommen, wobei auch die Klampfengruppe des Rennsteigvereins mitwirkte und ihr Rundfunkdebüt gab.

Michael Ott


[1] Diese Schreibweise soll lt. Werner Ungelenk die zutreffende sein, man liest aber auch immer wieder das gebräuchlichere „Waidmannsheil“.

[2] Bearbeitet durch Webmaster

[3] Kein Bauwerk, nur ein Baumstumpf – aber ein altüberlieferter Scherz.

[4] Bearbeitet durch Webmaster