Aus "Das Farnkraut" Nr. 3/1973

 Nach dem neuen Rundwanderweg 7 nun auch ein Carl-Escher-Weg

 Nur zur Hauptversammlung am Jahresbeginn pflegt Wegemeister Otto Treuter einiges über die Leistungen und Vorhaben seiner emsigen Markierer-Gilde zu verraten. Das schließt nicht aus, ihn und seine Mannen zwischendurch einmal zu »bespitzeln«. Heuer hat sich das besonders gelohnt; denn beim Überholen des Ende 1972 ausgewiesenen Wegenetzes von 324 km und bei der Aufwertung des Saar-Schlesien-Weges zum europäischen Fernwanderweg 3 ist es keineswegs geblieben. So »ganz nebenbei« nämlich ist nunmehr ein 7. Rundwanderweg (im Mönchrödener Forst) und die Verlängerung des Hauptwanderweges zur Alexandrinenhütte bis nach Coburg zurück hinzugekommen. Die Bedeutung, die diesem mit 71 Kilometern Länge nunmehr attraktivsten Rundwanderweg im Coburger Land zukommt, wird dadurch unterstrichen, dass man ihn in Erinnerung an den langjährigen Vorsitzenden bzw. Ehrenvorsitzenden des Thüringerwald-Vereins und Vater seiner Alexandrinenhütte »Carl-Escher-Weg« benannt hat.

Der neue Rundwanderweg 7 bildet eine sehr wertvolle Ergänzung zum Rundwanderweg 3[1] und damit auch zum Blaupunkt-Zielwanderweg (Coburg-Mönchröden - Muppberg - Wildenheid - Rüttmannsdorf), der in diese Rundwanderwege mündet. Sie haben einen gemeinsamen Waldrand-Parkplatz westlich vom Fischbacher Teich und eine gemeinsame kurze Route nach Norden bis zu dem etwa 800 Meter entfernten Punkt, an dem Kehlgraben und Häslichgrund sich begegnen. Während der Rundweg 3 nordwärts zum Schwarzholz emporstrebt, führt der Rundweg 7 gen Nordwesten durch den Häslichgrund, vorbei an Häslich- und Kaulbergquelle hinauf zum Waldrastplatz »Hermann's Ruh«. Hier kreuzt er den Dreierweg und schlägt nach Westen aus zum neuen Mühlwiesen-brunnen nahe der Waldstraße Rüttmannsdorf-Mönchröden. Am Kaulberg-Südhang herunter führt der Rundweg 7 durch die Wolfskeil-Waldung zum Ausgangspunkt zurück.

Wem diese überaus reizvollen 8 Kilometer zu wenig sind, dem ist zu  raten, dass er zunächst auf dem Rundwanderweg 3 die Schwarzholzhöhe mit ihrer herrlichen Aussicht zum Thüringer Wald ersteigt und dann der Rüttmannsdorf berührenden Markierung bis zur »Hermanns-Ruh« folgt. Von da aus kann er nach einem Abstecher zum Mühlwiesenbrunnen den Rundwanderweg 7 zum Rückweg durch den Häslichgrund wählen.

 Vom Rotpunkt-Hauptwanderweg des Thüringerwald-Vereins (Veste Coburg - Rosenau - Herzogsbrunnen - Taimbach - Weißbachsgrund - Sennigshöhe) wissen unsere Leser, dass er im Vorjahr von der Alexandrinenhütte herunter via Schäferlinde - Oettingshausen bis Heldritt verlängert worden ist. Dort schloss er bisher an den Rundwanderweg 2 nach Rodach an. Heuer nun ist aus diesem Hauptwanderweg der attraktivste Rundwanderweg im Coburger Land geworden, der freilich nicht in einem und kaum

in zwei Tagen zu bewältigen ist. Hat er doch nunmehr eine Gesamtlänge von 71 Kilometern erreicht.

 Er ist jetzt von Heldritt weg bis Coburg zurückgeführt, wobei die Rodach umgehende, einen Besuch im aufstrebenden Badeort deshalb aber nicht ausschließende Markierung (roter Punkt im weißen Viereck) folgende Wegweisung anbietet: Heldritt - Reithberg - Lempertshausen (preisgekrönt schönes Dorf) - Spielmannsruh (einstiger Wirkungsort des heimischen Dichter-Komponisten Büttner-Tartier) - Roßfeld - Georgenberg-Westhang (hier Abzweiger zur Schutzhütte: roter Punkt im weißen Kreis)- Zonengrenze - Tippachquelle - Gauerstadt-Hahnberg - Mährenhausen - Kühleborn - Hirschbrunnen im Köllnholz - »Naturfreunde«-Haus an den Hofmannsteichen - Schießwand - Weidacher Wasserturm - Siebenlinden. Von hier aus kann der Rückweg nach Coburg sowohl an Falkenegg vorbei nach Neuses oder durch den Hörnleinsgrund zur Geleitstraße gewählt werden. Beide Zielpunkte bieten Omnibus-Anschlüsse zur Stadtmitte.

 In den Dank für diese enormen Markierungsleistungen, die Ottos »Plan-Soll« erheblich übererfüllen, sei neben seinen getreuen Helfern Hermann Lenk und Hermann Scholz, Max Schwämmlein, Peter Babel und Otto Popp auch Wanderwart Rolf Gareis einbezogen, der aus Spaß an der Freund mit Otto im besten Sinne gemeinsame Sache macht. Was dabei herauskommt, beleuchtet eine statistische Erkenntnis wohl am deutlichsten: Das Wegenetz des Thüringerwald-Vereins, das sich im Laufe der nächsten zwei bis drei Jahre bekanntlich auf 750 km erweitern soll[2], hat sich jetzt schon so ausgedehnt, dass auf zwei Vereinsmitglieder mehr als ein Kilometer kommt. Wenn man so mit den Betreuungsaufgaben anderer Verbandsvereine vergleicht, schneidet der Thüringerwald-Verein hervorragend ab. Seine Arbeit für die Allgemeinheit kann sich also sehen lassen. Wie dankbar sie angenommen (wenn auch nicht immer mit dem nötigen Umweltbewußtsein respektiert) wird, das beweist die stetig wachsende Zahl von Wochenend-Spaziergängern auf den Wanderwegen unserer engeren Heimat.                   

 W. U.(Werner Ungelenk; Gründer und langjähriger Schriftleiter von „Das Farnkraut“)


[1] Der Rundwanderweg 3 musste inzwischen leider aufgegeben werden

[2] Dies ist allerdings nicht realisiert worden

Weiterführende interne links Wanderwege

Rundwanderweg 7

Carl Escher Weg