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Auszugsweises Zitat aus dem „Coburger Tageblatt“ vom 9. Juni 2011

VON UNSERER MITARBEITERIN ULRIKE LANGER

BROSCHÜRE Für den sogenannten Amtsbotenweg zwischen Königsberg und Coburg gibt es einen neuen Prospekt. Er beschreibt die Tour und zeigt geschichtliche Hintergründe auf.

Königsberg/Coburg - Der 45 Kilometer lange Amtsbotenweg, der von Coburg über Seßlach nach Königsberg führt, ist ein geschichtlich interessanter wie landschaftlich reizvoller Wanderweg. Um seine Bedeutung aufzuwerten, haben die zentrale Tourist-Information Haßberge sowie die Tour ist-Informationen Königsberg) Seßlach und Coburg eine neue, farbige Broschüre herausgegeben. Die kennzeichnet die Pickelhaube als Zeichen für diese historische Verkehsverbindung. …

Vorgestellt wurde das Heft am Mittwoch in Königsberg, wo der Wanderweg beginnt. Dabei erinnerte der Bürgermeister von Königsberg, Erich Stubenrauch (WG) daran, dass der Amtsbotenweg vor rund 40 Jahren „wiederbelebt" wurde. Damals liefen Mitglieder der Schülerverbindung „Casimiriana" aus Coburg nach Königsberg - in zwei Tagen. Daraufhin wetteten die Königsberger, dass sie das in einem Tag schaffen. „Seitdem führt die Schlossberggemeinde Königsberg jedes Jahr am letzten Samstag im September eine Wanderung von Königsberg nach Coburg durch", so Stubenrauch. …
Auch sonst erfreut sich der Weg großer Beliebtheit. Daher zeigte sich der
Landrat des Landkreises Haßberge, Rudolf Handwerker, stolz, dass die neue Broschüre den Amtsbotenweg aufwerte und die guten Beziehungen zu Coburg unterstreiche. ……

Die Idee, eine neue Broschüre herauszugeben, hatte Walter Schneider. Der frühere Geschäftsführer der Stadt Königsberg meinte, dass es zwar ein Faltblatt gab. Dieses sei der Bedeutung des Weges aber nicht angemessen gewesen. Deshalb habe er bei Coburg und Seßlach wegen einer neuen Schrift „angeklopft" und ein positives Signal erhalten….

Die Kosten für die erste Auflage der Broschüre „Der Amtsbotenweg" von
10 000 Stück in Höhe von 5000 Euro teilten sich je im Drittel die Tourist-Informationen Coburg und Seßlach sowie Tourist-Information und Gebietsausschuss Haßberge.

„Wir standen dem Vorschlag von Walter Schneider sofort aufgeschlossen gegenüber", fügte Christian Haas, Betriebsleiter der Tourist-Information Coburg, an. Denn es sei notwendig gewesen, eine hochwertige Broschüre zu erstellen…

Historie

Die Amtsstadt Königsberg gehörte von 1826 bis 1920 zum Herzogtum Sachsen-Coburg und Gotha.  Der Amtsbote stellte die Verbindung zur Residenzstadt her. In Erinnerung daran führt der Amtsbotenweg mit 45 Kilometern von Coburg nach Königsberg. Der Amtsbote überbrachte zweimal wöchentlich wichtige Botschaften - in dringenden Fällen auch öfters, und das zu Fuß. Dabei kam er durch „ausländisches" bayerisches Gebiet, was oft zu Komplikationen führte. Ein zweiter Bote (Intelligenzbote") legte den Weg wöchentlich zurück. Er hatte Geldbeträge, Post und Presseberichte zu befördern. Ferner war der Weg Verkehrsader.

Anmerkungen hierzu:

Erwerb durch das Herzogtum Sachsen - Coburg und Gotha:

Durch den „Hilburghäuser Erbteilungsvertrag“ vom 12. Nov. 1826. Das Herzogshaus Sachsen-Gotha-Altenburg war ausgestorben und der Besitz auf die anderen ernestinischen Staaten aufgeteilt. Vorher hatte Königsberg zum Herzogtum Hildburghausen gehört.

Löhnert („Thüringen in Wort und Bild“, Berlin 1900) nennt die Regierungszeit des Landgrafen Balthasar von Wettin für den Erwerb des Amts Königsberg vom Würzburger Bischof. Demnach kommt die Zeit von 1336 – 1406 in Betracht, und WIKIPEDIA  nennt denn auch das Jahr 1400 (downl. 19.06.2011). Auch danach habe der Besitz unter den sächsichen Herzogtümern mehrfach gewechselt.

Verlauf des Amtsbotenweges  

Vermutlich  hat der Amtsbote nicht ganz genau den heute markierten Wanderweg benutzt. Bei der Anlage heutiger Wanderwegte gilt es, Fahrstraßen zu meiden. Außerdem hat die Flurbereinigung zu Änderungen geführt. Hierzu auch Eisentraut: unter “20-Fußmarsch von Königsberg nach Coburg”, Königsberg 1986.