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Der Jakobsweg führt durch Coburg

 Klemens Mönnich, 2. Vors. des Thüringerwald-Vereins Coburg ---

 Nicht erst seit H.P. Kerkeling seinen Bestseller über den Jakobusweg geschrieben hat ist dieser in das Bewusstsein einer breiten Öffentlichkeit gerückt. Santiago de Compostella war bereits im 10. Jahrhundert das Ziel von Pilgern und im Laufe der Jahrhunderte ist ein Netz von Pilgerwegen entstanden, das sich über ganz Europa erstreckte. Nach Zeiten, in denen nur wenige Wallfahrer sich auf den im Mittelalter nicht ungefährlichen Weg machten, ist aus einem Rinnsal ein breiter Strom geworden und Menschen aus vielen Nationen und Konfessionen pilgern den Weg nach Santiago de Compostella. Deshalb ist der Jakobsweg ein internationaler und ökumenischer Pilgerweg. Wer Zeit und die notwendige Kondition besitzt, kann die rund 2.900 km lange Strecke von Coburg nach Santiago auf fast durchgehend markierten Wegen laufen, reiten oder mit dem Fahrrad fahren. Bis zur Ankunft in Santiago gilt das Motto: Der Weg ist das Ziel. Wer sich auf den weiten Weg macht, wird viele nette Menschen treffen, Kathedralen, Kirchen und Klöster besuchen, Städte mit mittelalterlichen Stadtkernen durchqueren, viel in der freien Natur sein und entspannt an Körper und Geist nach Hause zurückkehren.

Von einer historischen Pilgerroute, die durch das ehemalige Herzogtum Coburg führte, ist nichts bekannt. Treffpunkte in unserer Region, an denen sich Pilger zu ihrem weiten Weg zum Jakobusgrab in Santiago trafen waren Bamberg und Erfurt. Nun soll die noch vorhandene Lücke geschlossen werden. Von Lichtenfels kommend bis Nürnberg, ist ein Teilstück des fränkischen Jakobusweges mit einer stilisierten Jakobsmuschel in gelb auf blauem Grund bereits ausgeschildert.

 
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Die Route führt von Lichtenfels über Vierzehnheiligen, den Staffelberg, Ebing Baunach, Bamberg, Forchheim nach Nürnberg, wo ein Anschlussweg über Ulm nach Konstanz besteht. Dort geht es über die Schweiz oder direkt in das französische Pilgerwegenetz immer westwärts Richtung Santiago,

Erfreulich ist, dass der Jakobusweg auch bei uns angenommen wird. Davon zeugen etliche Eintragungen in dem in der Burgbergkapelle St. Jakob in Lichtenfels ausliegenden Pilgerbuch.     

 Für den Raum Coburg hat sich der Thüringerwald Verein zur Trassierung und Markierung bereit erklärt. Die Markierung des Jakobusweges zeigt mit der Muschelspitze immer in Richtung Santiago.

Die Route führt von Almerswind kommend am Froschgrundsee vorbei

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Am Froschgrundssee dominieren damals  die Baumaschinen. Der beliebte Uferweg war  Es handelt sich um das umstrittene Projekt der ICE-Neubaustrecke Ebensfeld-Erfurt. Die hier entstehende Brücke wird in Publikationen als die größte in Europa gerühmt.

 

Idyllischer geht es wenige Kilometer weiter südlich zu: Der Weg führt hier dicht am Ufer der Itz entlang und ist auch als Radweg beliebt.

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Wenig später wird
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wieder gebaut. Diesmal eine Umgehungsstraße.

 

Es geht nun in Richtung Rosenau.

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Schloß und Park “Rosenau” gehören zu den Glanzpunkten an diesem Abschnitt des Jakobusweges.

Bei Goebel wird die Coburger Straße überquert. Auf der Verbindungsstraße nach Waldsachsen geht es bis zu dem ehemaligen Munitionslager, wo die neue Autobahn unterquert wird. Durch den Bausenberg folgt die Route dem Wanderweg bis hinauf zur Veste. Durch den Hofgarten geht es wieder bergab. St. Augustin und St. Moriz

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sind die Kirchen, die besucht werden können. In St. Moriz kann sich der Pilger seinen Pilgerpass abstempeln lassen, genauso wie später in der St. Aegidiuskirche in Grub,

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 das über Ketschendorf, die Steinrückenebene und vorbei am Rennberg erreicht wird.

In Grub a. F. gibt es den Pilgerstempel bei Fam. Bürger, Lichtenfelser Straße 26. Die Lichtenfelser Straße ist hinter dem Bahnübergang und führt in Richtung Forsthub/Lichtenfelser Forst.

Unter der neuen Autobahn hindurch führt der Weg durch den schattigen Lichtenfelser Forst. Hinter Buch am Forst wird die B 289 überquert. Auf einem markierten Fahrradweg ist das Ziel, die Burgkapelle ST. Jakobus nach gut 4 km erreicht.

 Von Almerswind bis Lichtenfels hat der Pilger 40 km zurückgelegt und bei dem ständigen auf und ab insgesamt 750 m Steigung und 850 m Gefälle überwunden. Dabei geht es durch schattige Wälder, vorbei an Aussichtspunkten mit Ausblicken auf das weite Land und durch Orte, wo Quartier zu finden ist oder eine kräftigende Mahlzeit eingenommen werden kann.

Am 20.April 2008 wurde der Jakobusweg offiziell eröffnet.

Der Eröffnung des Pilgerweges Ende April folgte die feierliche Einweihung mit einem ökumenischen Flurgottesdienst im Lichtenfelser Forst, und der Aufstellung eines Gedenksteines Link: St. Jakob kam in unser Land

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