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Amtsbotenweg-Markierung in Seßlach

Die Pickelhaube

...ist eine Wanderweg-Markierung und zwar für die Strecke von Königsberg nach Coburg. Das sehr sinnige Wegzeichen entspricht aber nicht der Wirklichkeit. Eine Pickelhaube, auch Sturmhaube genannt, war ein Helm mit aufklappbarem Visier. Der Amtsbote, der früher vor der Auto-und Bahnära, mindestens 2-mal in der Woche von Königsberg nach Coburg marschieren musste, trug eine Livree als Amtstracht. Sie war sehr farbenfroh, aber sicherlich nicht bequem. Aber der „Globetrotter" wird so frei gewesen sein, sich selbst eine „Marscherleichterung" zu gewähren. An heißen Tagen und bei mitführender Last geriet der Amtsbote schon ins Schwitzen. Er erledigte auch private Aufträge. — Weil die sächsische Enklave Königsberg ganz von bayerischem Gebiet umzingelt war, musste der Bote jeweils durch das „Ausland". Da waren Kontrollen durch bayer. Gendarmen nicht selten. Der Bote war aber unbewaffnet. Weil er mitunter auch Gehälter und Steuergelder transportierte, waren Überfälle nicht abzuwenden. Auch Frauen waren als Amtsboten engagiert. Eine Bittenbrünn versah den Dienst fast 30 Jahre, obwohl sie auch Mutter war. Eine herzogliche Verdienst-Medaille war ihr am Ende sicher. Der Pendelverkehr wurde schlecht vergütet. - Heute ist die Strecke Coburg-Königsberg zugleich auch Teil eines Fern-Wander-Pfades. Alle Jahre begehen wanderfreudige Königsberger einmal den Weg, meist im September; heuer zum 20-sten Male!..

aus: „Königsberger Heimatbote“ Nr. 48; erschienen 1986 mit frdl. Genehmigung der Schlossberggemeinde als Herausgeber.