Eher zufällig erstand ich antiquarisch ein Büchlein von
Joachim Behrens: „In Erz gegossen, in Stein gehauen“; Coburg 1969

 Der Autor befasst sich unter anderem mit dem Denkmal des Prinzen Friedrich Josias.

 Ein Absatz schildert die feierliche Einweihung am 24. Oktober 1911. Er stützte sich vermutlich auf die Zeitungsberichte hierzu, vor allem den Bericht in der „Coburger Zeitung“ vom 25. Oktober. Heutzutage ist jenes Quellenmaterial ja „online“ abrufbar, damals mussten sich die Historiker wohl in die Bibliothek begeben und suchen. Nachteil aus heutiger Sicht an diesem Quellenmaterial: Frakturschrift, dies war lange zeit ein ungelöstes Problem für die Textnavigation und auch die Texterkennung. Diese Episode ist kennzeichnend für das öffentliche Leben in einer der zahlreichen Klein-Residenzen im damaligen Deutschen Reich am Vorabend des I. Weltkrieges. Aus der Stimmung von damals ging nicht das geringste hervor, wie schnell diese „alte Welt“ Vergangenheit sein würde

Zu ergänzen wäre: auch der damalige  Oberbürgermeister Hirschfeld war anwesend. Außerdem wird natürlich der Bildhauer August Sommer erwähnt, dazu der Gießer, Chr. Lenz aus Nürnberg, der Steinbildhauer Heinritz aus Rehau, der den Sockel geschaffen hat. Auch diese waren bei der Feier anwesen; natürlich erwähnte Behrens diese Urheberschaft in seinen übrigen Ausführungen bezüglich des Denkmals, auch dessen Dimensionen: Sockel 2,85 m und Statue 2,70 m.  

Diese Feier und der dazugehörige Zeitungsbericht war aber nicht ganz so umfangreich wie im Jahre 1899 bei Einweihung des Denkmals für Herzog Ernst II.  

 Nun das auszugsweise Zitat nach Joachim Behrens:

 Der 24. Oktober 1911, der Tag der Weihe des Josias-Denkmals, war ein festlicher Tag für Coburg. Was Rang und Namen hatte, war anwesend: Coburgs letzter regierender Herzog Carl Eduard und Herzogin Viktoria Adelheid; Herzogin Marie, Witwe des Coburger Herzogs Alfred; Prinz Philipp von Coburg[1] mit zwei Neffen, dem Kronprinzen Boris[2] und dem Prinzen Kyrill[3] von Bulgarien, beide Söhne des Zaren Ferdinand von Bulgarien; Gesandte und Offiziere ausländischer Mächte, so des österreichischen Kaiserhauses und des belgischen Königshauses. Eine Ehrenkompanie des Infanterie-Regiments Nr. 95 mit der Coburger Bataillons-kapelle unter Obermusikmeister Maurer aus Gotha war angetreten. Schützengesellschaft, Krieger- und Turnvereine, die Sänqervereinigung unter Professor Türk und Schulen waren zugegen. Die Festrede hielt Gymnasialprofessor Walther Neumann. Unter den Klängen des Coburger Josiasmarsches sank die Hülle des Denkmals. Staatsrat von Bassewitz, Chef der Ministerialabteilung, übernahm das Denkmal mit Genehmigung des Herzogs in das Eigentum und den Schutz des Herzoglichen Domänenfideikommisses. Eine weitere Ansprache hielt Oberstleutnant Graf Huyn, Kommandeur des österreichisch-galizischen 57. Infanterie-Regiments .Prinz Friedrich Josias". Er würdigte die Taten des Regiments unter der Führung des Prinzen Coburg. Im Jahre 1689 als Regiment „Sachsen-Coburg" von Herzog Albrecht von Sachsen-Coburg gebildet, führte es von 1888 an den Namen .Friedrich Josias, Prinz zu Sachsen-Coburg-Saalfeld[4]

 Zitat Ende.


[1] Gemeint ist wohl jener Prinz Philipp aus der Seitenlinie Kohary, der lt. „WIKIPEDIA“ – downl. 11/12  seine letzten Jahre im Bürglass-Schlößchen verbracht hat. Eine sehr interessante  Persönlichkeit. Er galt als enger Vertrauter des Habsburger Kronprinzen Rudolf und war zugegen, als dessen Leichnam und der seiner Geliebten auf Schloss Mayerling aufgefunden worden ist.

[2] Kronprinz Boris (1894 – 1943); für kurze Zeit Nachfolger von Zar Ferdinand

[3] Prinz Kyrill (1895 – 1945); wurde 1943 Regent für den minderjährigen Sohn Simeon des Zaren Boris. Bekanntlich wurde dieser Simeon nach der „Wende“ im ehemaligen Ostblock freigewählter Präsident und hat auch vor einigen Jahren die Stadt Coburg besucht. Kyrill allerdings wurde 1945 im Verlauf des kommunistischen Putsches erschossen.

[4] Die Existenz dieser Truppe ist auch heute noch sogar aus dem Internet nachweisbar;   WIKIPEDIA – downl. 11/12