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FKR_8143 Epitaph Johann Friedrich

Ein wahrhaft grandioses Werk ist das Epitaph für den - im Leben unglücklichen - Herzog Johann Friedrich II.; ausgeführt von Nikolaus Bergner 1605. Herzog Johann Friedrich II (“der Mittlere” war in Gefangenschaft verstorben; Ergebnis des Versuchs, für die Ernestiner die Kurwürde und verlorenes Herrschaftsgebiet  zurückzuerlangen (“Grumbachsche Händel”).

Johann Friedrich II von Sachsen

Knieend ist Herzog Johann Friedrich und seine erste Ehefrau Agnes von Hessen in der Mitte dargestellt; außen die zweite Gemahlin sowie die Nachkommen, u. a. Johann Casimir und Johann Ernst. Abgesehen von den monumentalen Diemensionen (12 m Höhe) entsprach dies weitgehend dem damals üblichen. Aus den Zügen spricht eine naive Überzeugung von sich selbst und seiner Sache. Erklärungsbedürftig ist die im Hintergrund dargestellte Szene.

FKR_8125 Nicolaus Bergner

Wie in einer Theaterkulisse bewegt sich ein orientalisch anmutender Zug ernst blickender Mäner.

Epitaph Johann Friedrich II

Im fernernen Hintergrund ist ein Gräberfeld zu erkennen.
Lt. Lehfeldt/Voss ist hier die biblische Erzählung von der  Heimführung Jakobs durch Joseph

Im Orginalton Martin Luther lautet es;
 

Also zoch Joseph hinauff
seinen Vater zu begraben
un es zogen mit jm alle knechte Pharao
die Eltesten seines Hauses
vnd all Eltesten des lands Egypten.
Dazu das gantze gesinde Josephs
vnd seine brüder
vnd das gesinde seines Vaters..”
 


(Schreibweise nach: Volz/Blanke; D. Martin Luther...; München 1972). Der Druck der Luther-Bibel war aufgrund eines Privilege des Kurfürsten Johann Friedrich “des Beständigen” erfolgt und ihm gewidmet. Im Schmalkdischen Krieg war diesem die Kurwürde Sachsens verloren gegangen und an die Albertiner übergegangen. Dies empfanden seine Nachkommen ganz sicher als Unrecht, auch Johann Casimir.
Dieses gewaltige Denkmal für einen Geächteten, eine politische Demonstration.

 

FKR_8120 Johann Friedrich II

Ganz unvorstellbar reich ist diese Darstellung, gekrönt von einer Kreuzigung und noch weiter oben  von einer Grablegung.

FKR_8109

Bei Lehfeldt-Voss; “Bau- und Kunstdenkmäler Thüringens”; Band 32, Jena 1906, ist eine sehr ausführliche Beschreibung enthalten; weitere Bilder siehe interner Link Historische Grabdenkmale