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Franz Eberlein, Coburg

Eine frühe Würdigung unserer Arbeit beim Wegebau kam von Franz Eberlein in den „Heimatkundlichen Blätter“ (H. Stubenrauch/Ihl-Verlag)

Heft 9/10 – 1961

Wird verdanken dem Autor auch einige interessante Vorträge an den Waldabenden in späterer Zeit.

Der Autor beginnt seine Ausführungen mit der Schilderung einer persönlichen Begegnung mit einer Wegemeister-Gruppe des Thüringerwald-Vereins im Bahnbus von Tiefenlauter auf der Rückfahrt nach Coburg.

Eberlein lässt einen der Wegemeister, der aber namentlich nicht vorgesellt wird, über seine Arbeit berichten:

Sehen Sie, wir sind Mitglieder des Thüringerwald-Vereins. Ihm gehören viele Wanderfreunde an. Beinahe jeden Sonntag ziehen wir durch unsere schöne Coburger Heimat. Wir kennen ihre anmutigen Täler, die aussichtsreichen Höhen, die rauschenden Wälder, wir wissen Stellen, an die noch kein Verkehrslärm dringt, sondern an denen der Naturfreund noch beobachten und schauen kann. Wir wollen aber, daß auch andere Menschen solche Pfade einmal wandern. Deshalb haben wir die schönsten Wanderwege unserer Gegend mit verschiedenen Farbzeichen gekennzeichnet oder, wie man auch sagt, „markiert". Wir haben einen Wegewart in unserem Verein, der beinahe jeden Sonntag mit einigen Wanderfreunden unterwegs ist, um die Markierungen in gutem Zustand zu erhalten. Farbe muß erneuert und beschädigte Schilder müssen ersetzt werden. Heute zum Beispiel haben wir auf dem Wanderweg von Meeder zur Sennigshöhe und von dort durch den Weißbachsgrund nach Tiefenlauter nachgesehen, ob noch alle Zeichen gut zu erkennen sind. An Bäume, Pfähle, Steine, Häuser malen wir einen weißen Farbklecks und darauf entweder einen roten Punkt oder einen roten Strich. Auch gelbe oder blaue Farbe verwenden wir. Diese „Markierungen" bringen wir überall dort an, wo der Wanderer vom rechten Weg abkommen könnte. Ab und zu nageln wir auch einen Blechpfeil an, auf dem Wanderziel und die Entfernung stehen. Diese Arbeiten bereiten uns viel Spaß. Freilich müssen wir häufig sehr bald in der Frühe aufbrechen. Im Rucksack haben wir schwere Farbtöpfe, Blechschilder, Hammer und Nägel; auch ein altes Messer brauchen wir, um die Rinde glatt zu machen. Ich freue mich immer, wenn wir morgens durch einen lauschigen Bachgrund schreiten. Überall herrschen noch Friede und Ruhe. Oft äst das Wild noch, nur in der Ferne klingen Kirchenglocken, die die säumigen Schläfer wecken. Manchmal wünsche ich, daß recht viele Menschen, gleich mir, zu dieser Zeit den Weg gehen möchten. Viel Streit und Zank würden dann gar nicht auftreten …

Freilich haben wir auch die Pflicht, diese Seltenheiten zu schonen und zu pflegen, damit sie nicht vollends ausgerottet werden. Nun wissen Sie, was es mit unseren Farbtöpfen auf sich hat. Aber eine Bitte habe ich. Könnten Sie denn in den heimatkundlichen Lesebögen nicht auch einmal über diese Zeichen etwas erzählen? Es gibt nämlich manche Kinder, die kennen ihre Bedeutung nicht. Die Buben verschmieren die Farbkleckse oder brechen die Blechpfeile ab. Wenn sie aber wissen, daß diese Markierungen an einem schönen Wanderweg entlang zu finden sind, werden sie diese sicher nicht mehr mutwillig beschädigen. Ganz besonders dann, wenn sie einmal selbst so einen Weg gewandert sind".

Gegen Ende dieser Abhandlung  liefert Franz Eberlein jeweils kurze Beschreibungen der damals bestehenden Wanderwege…

Den „Carl-Escher-Weg“ als Bezeichnung gab es damals noch nicht, wohl aber die typische Markierung mit rotem Punkt auf weißem Feld. Abschnitte des heutigen Weges führten zudem damals „nur“ von der Veste bis zur Alexandrinenhütte und vom Kürengrund zu den Hoffmannsteichen. 

Beginnen wir am Bausenberg, beim Forsthaus hinter der Veste. Ein roter Punkt auf weißem Fleck zeigt den Weg durch den Bausenberg zur Rosenau, weiter zur Lauterburg und von da durch den Fornbachsgrund über Taimbach nach Tiefenlauter an (16 km). Von dort könnt ihr mit dem Bus heimfahren und dann das nächste Mal von Tiefenlauter aus weiterwandern durch den Weißbachsgrund zur Sennigshöhe mit der Alexandrinenhütte. (7 km).

Wenn ihr dort mit einer größeren Gruppe einkehren wollt, ruft vorher bei Herrn Geßlein in Coburg, Fernsprecher 8264, an. Er sorgt dafür, daß die Hütte offen ist Heimwärts geht der Weg nach Meeder (7 km) über Mirsdorf. Bus oder Bahn bringen euch dann heim.

Ein roter schräger Strich auf weißem Feld bezeichnet einen 4 km langen Weg von der Alexandrinenhütte auf der Sennigshöhe nach Rottenbach (Bahnbushaltestelle).

Ein roter schräger Strich auf weißem Feld markiert einen Wanderpfad, der beim Sensenhammer, der alten Eisenschmiede und jetzigem Wirtshaus in Oberlauter beginnt und durch den Orteisgraben zum Donnerloch und weiter zur Sennigshöhe führt (8km).

Ein senkrechter roter Strich auf gelbem Feld zeigt einen wenig begangenen Weg. Er ist besonders für Menschen geeignet, die die Ruhe lieben. Am Heckenweg beim Hofbräuhaus beginnt er und führt über Scheuerfeld zur Krelbsmühle und durch den Klingengraben im Tambacher Forst nach Tambach (12 km, Postbushaltestelle), durch das Stöckholz geht er nach Weitramsdorf, über den Weinberg am Callenberger Forst entlang nach Weidach und endet an der Hohen Stiege in Coburg. (Ganze Strecke 24 km).

Am Bausenberg beginnt noch ein Weg, der durch einen blauen Punkt auf weißem Feld markiert ist. Er führt nach Schloß Neuhof, über Spittelstein zum Sauloch und über den Weinberg nach Mönchröden (12 km, Bahnstation).

Ein anderer Weg bringt uns etwas aus dem Coburger Land hinaus.

Von Rossach (Bahn-und Bushaltestelle) zeigt uns ein blauer Punkt in einem weißen Dreieck den Weg auf dem sogenannten Carlspfad nach Banz (8 km) und von dort über den Maximilianspfad zurück nach Großheirath (8 km). Diese Wege werden alle vom Thüringerwald-Verein betreut. Ihr könnt sie natürlich in beiden Richtungen wandern. Aber ich habe mich weiter im Coburger Land umgeschaut und noch einige andere Wanderwege gefunden, die auch markiert sind:

Eine Teilstrecke des heutigen „Carl-Escher-Weges“, und zwar vom Kürengrund bis zu den Hoffmanns-Teichen wird hier dem Verein „Naturfreunde“ zugeschrieben:

Im Kürengrund beginnt ein Weg, der mit einem roten Punkt auf weißem Feld gekennzeichnet ist. Er führt an dem Callenberger Forst entlang zu den Hoffmannsteichen. Von dem Verein der Naturfreunde wird er unterhalten. Wer mit einer größeren Gruppe an den Teichen einkehren will, muß dann

vorher Herrn  Schneidermeister Güthlein in Coburg über Fernsprecher 20 02 anrufen.

Ostwärts vom Bahnhof Frohnlach beginnt ein rotbraun markierter Weg zur Göritzenquelle im Sonnefelder Forst. Sie ist sehr schön gefaßt und hergerichtet. Bei heißem Wetter finden wir dort einen wunderschönen Rastplatz.

Auch   um   Mönchröden   sind   einige   schöne markierte Wanderwege zu finden: Mönchröden — Fischbacher Teiche mit Waldbad — Häslichsgrund — Rüttmannsdorf — Riesberg — Mönchröden.

Mönchröden — Mahnberg — Gnailes — Lauterburg -und zurück durch den Mönchrödner Forst.

Mönchröden — Deutersberg — Mergelbrunnen — Weinberg — Mönchröden.

Kieferberg —  Sauloch — Thierach —  Rothenhof — Weinberg — Mönchröden.

Im  Räume  Rodach   sind   vier  Wanderweg gekennzeichnet:

I. Vom Südausgang der Stadt über Michelsdorf, am Georgenberg vorbei zum Pavillon und Tiefes Salz. (Wegstrecke 3 Stunden) Schildfarbe: weiß.

II. Vom Wiesenweg übers Waldbad zur Waldschänke Jägersruh und Bratwursteiche. (Wegstrecke 2 1/2 Stunden) Schildfarbe: gelb.

III. Vom Südausgang der Stadt direkt zum Georgenberg. (Wegstrecke l V» Stunden) Schildfarbe: rot.

IV. Vom Ostausgang der Stadt zum Griebelsberg und Mühlbach. (Wegstrecke eine Stunde) Schildfarbe: rot. Ein unbeschilderter Wanderweg führt über Heldritt direkt nach Lempertshausen und in die Stadt zurück. (Wegstrecke über 3 Stunden.)

Findet ihr aber bei eurem Heimatort noch markierte Wege, die ich nicht aufgeführt habe, dann teilt es mir bitte mit, damit ich die Aufstellung ergänzen kann.