Ab2

Der 21. März ist

seit dem Jahr 2000

der “Welttag der Poesie”

Eduard Mörike gilt als einer der wichtigsten klassischen Lyriker, keineswegs nur ein harmloser Biedermeier-Verseschmied, als der er manchmal erachtet wurde.

Jede gute Lyrik ist konzentrierte, einprägsame Aussage ohne Leerformeln und Weitschweifigkeiten. An dem nebenstehenden Text ist kein überflüssiges Wort.

 

Er ist's

 

Frühling läßt sein blaues Band

Wieder flattern durch die Lüfte;

Süße, wohlbekannte Düfte

Streifen ahnungsvoll das Land.

Veilchen träumen schon,

Wollen balde kommen.

— Horch, von fern ein leiser Harfenton!

Frühling, ja du bist's!

Dich hab' ich vernommen!

 

Eduard   Mörike (1804 – 1875)