Gedichte in Meederer Mundart

von Oberlehrer Ernst Götz, Kantor in Meeder

 

Einweihung des Alexandrinenturmes

auf der Sennigshöhe am 27.05.1906

 

Als höchster Barg im ganzen Land,

Is die Sennigshöh' bekannt,

War dös net gläbt, der steig halt nauf.

Do ka ar tüchtig gschwitz un gschnauf.

Da Meedera Dichter sögt ganz schlau,

Do nauf künnt mer an Turm gebau.

Die Aussicht is doch gar zu schö,

Do uam af dara Sennigshöh!

Un werklich, es dauert gar net lang,

Su war a ball dös Gald beisamm.

Die Grundsteinlegung war gelunga,

Der Meedrer Sängerkranz hat gesunga.

Viel Gald, a Goldstück war dabei,

Kam unten in dan Grundstei nei.

Die Italiener ham gemauert,

Dös hat gar net solang gedauert.

Do stand bei Wind un a bei Sturm,

Da schö Alexandrinenturm.

Un zu dan grußn Turmweihefest,

wor olles hargericht afs best.

In Meeder baun se Ehrenpforten,

Dös Herzogspaar tun se erwarten.

A Mädla überreicht an Strauß

Un ölla rufen Vivat aus.

Es fahlt nur bluaß des himmels Segen,

der Petrus läßts su langsam regn.

Su regnets halt den ganzen Tog,

Su wos, dös kam er nimma gsog.

Mich reuen nar bluaß die arma Medla,

Mit ihra schöna weißen Kledla.

Denn aus dan Langaberga Drack,

Do ham sä bracht ken Schuh mer wack.

Die Sänger sen ins Schafhaus gsprunga,

Ham statt ihra Liedla mäh,mäh gsunga.

‚n Kanter sei Einweihugsmarsch

Is fortgschwumma. Alle warsch.

Do half ke Singa unk ei baten,

dan Rückzug hamsa agetraten.

Im Wertshaus ziehn ihr War se aus,

Dös Wasser läft zur Stumtür naus.

Dös war des Fest ka bisla schö,

Dort uam af dera Sennigshöh.

  Mehr zum Verfasser Ernst Götz ist uns im Augenblick noch nicht bekannt, Wetterverhältnisse wie die hier beschriebenen haben wir aber schon erlebt, am Stiftungsfest 2010 beispielsweise

“interner link” Stifungsfest 2010

 

 

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