Aus „Das Farnkraut“ Nr. 4/1965

 

Interessant und bemerkenswert an diesem Wanderbericht vom 22. Aug. 1965 ist der Hinweis, dass die Schweizerei im Park Rosenau ursprünglich wirklich in der Schweiz stand und von Ernst I erworben und hier neu aufgebaut worden ist. Den erwähnten „Jagdhorn-Grenzstein“ haben wir bei einer Dreikönigswanderung in den letzten Jahren wieder gesehen. Unsere Wanderberichte enthalten eben immer wieder interessante lokalhistorische Hinweise von bleibendem Wert. Den “3er” Rundwanderweg mussten wir inzwischen leider aufgeben.

 

Durch blühende Heide bis zur Zonengrenze

 

Auch Max Schwämmlein führte seine Heidewanderung am 22. August (1965)vom Köcherweg her durch den Bausenberg, ehe er der ebenso blumenreichen wie gepflegten Rosenauer Schweizerei einen Besuch abstattete. Der Hausherr informierte seine interessierten Gäste u. a. darüber, daß es sich um einen ursprünglich original Schweizer Hof handelt, an dem Herzog Ernst I. vor 140 Jahren so viel Gefallen fand, daß er ihn erwarb, um ihn nach Coburg verpflanzen zu lassen. Weiter ging es dann bei bedrückender Schwüle durch die Parkwiesen zum Oeslauer Ehrenhain. Hier wuchs die kurz rastende Wanderschar durch 15 Nachzügler auf 34 Teilnehmer an. Auf den Waldwegen, über die sodann um den Mahnberg herum der Einzug in den Mönchrödener Forst erfolgte, kam es bald zur ersten Begegnung mit der blühenden Heide, durch die sich die Wanderung an Weimersdorf und Höhn vorbei bis Brüx und nach dem dortigen Nudeleintopf-Genuss bis nahe an die Grenze fortsetzte. Beim wehmütigen Blick zum Thüringer Wald wurde Festmusik aus dem benachbarten Rückerswind wahrgenommen. Der Bewunderung eines alten Jagdhornsteins (Grenzstein zwischen zwei Jagdgebieten) schloß sich ein heide-, beeren- und pilzreicher Waldspaziergang bis zur Höhe über Meilschnitz an, die prächtigen Ausblick über das Neustadter Becken zum Muppberg gewährte. Ein heraufziehendes Wetter trieb dann sogar die Pilzexperten zur Eile an. Über den Rundweg „3“ konnte das Endziel Mönchröden gerade noch trockenen Fußes erreicht werden. Während der Schluss Einkehr aber öffnete der Himmel mehr und mehr seine Schleusen, und bei der Rückkehr nach Coburg gab er noch einen solchen Platzregen drauf, daß die Wanderschar im Laufschritt auseinanderstob, um sich in den startbereiten Linienbussen in Sicherheit zu bringen.