Aus „Das Farnkraut“ Nr. 2/1967

Nicht einfach durch die Gegend laufen, bewusst wahrnehmen!


Mit viel Humor von Schloss zu Schloss

Der Historie unserer heimischen Schlösser Rosenau, Callenberg und Ahorn war Arno Mönchs Wanderung am 16. April gewidmet. Zugleich profitierte sie vom letzten Waldabend-Vortrag. In Unterlauter zeigten sich die 38 Teilnehmer bestens informiert über die Geschichte von Kirche und „Königshof" und über die Bedeutung des Kreuzsteins. Der Weg dorthin führte die vom Bausenberg her kommende Wanderschar zunächst zur Rosenau. Nach der Frühstücksrast am Parkweiher wurde unterm Lyssenberg hin gen Unterlauter, über den Bertelsdorfer Schulweg nach Neuses, um den Goldberg und seinen darunter neu angelegten Teich herum zu den Callenberger Forstweihern und hier im Blick auf die ehemalige herzogliche Sommerresidenz zur Grabstätte des letzten Coburger Herzogs und seines zweiten Sohnes gewandert. Auf schattigen Buchleite-Waldwegen ging es dann zur Kloß-Einkehr in Weidach. Die Wirtsleute waren so angetan von ihren Gästen, daß sie sich spontan entschlossen, bei nächster Gelegenheit mit ihnen zu wandern. Vorbei an der Lämmermühle und durch den Mühlengrund zog man am Nachmittag weiter nach Scheuerfeld. Die dortige Kirche lenkte die Gedanken auf die jetzt zu den wertvollsten Beständen der Festungs-Kunstsammlungen zählende Scheuerfelder Pieta. Das panoramareiche Wanderfinale vollzog sich via Pelzhügel — Zigeunerbirnbaum zum Sandberg-Wasserbehälter. Dem Rastblick auf Ahorn folgte ein Besuch im dortigen Schloss, in dem vor allem das „neunte Weltwunder" der Wendeltreppe mit ihrer geldstückgroßen Windungsachse bestaunt wurde. Im vertrauten Sportheim endete der heimatkundlich aufschlussreiche Wandertag, der — wie könnte es bei Arno Mönch anders sein — mit viel Humor gewürzt war.