Aus „Das Farnkraut“ Sonderheft Juni 1966

 Baumstudien im Hohensteiner Park

Über das auch am „Tag des Baumes" (17. April) anfangs triste Wetter tröstete Franz Rein­hardts 35köpfige Gefolgschaft dessen Gespür für kaum bekannte reizvolle Waldwege ebenso hinweg wie das lehrreiche Studium der selten­heitswertigen Bäume im Hohensteiner Park. Die Wanderung dorthin führte am „Steinernen Tisch" vorbei und am Finkenauer Wäldchen entlang mit Blick auf das Ahorner Schloß und seine Kirche, deren Glocken gerade den Sonntag einläuteten, zunächst zur „Alten Schäferei", die wohl bald abgebrochen wird[i].

Weiter ging es über den Rundwanderweg „5“ zu den Hohensteiner Querkelesfelsen und zum dortigen Schloßpark. Mit Bürger­meister Hager stand hier ein Forstexperte zur Verfügung, der nach allgemeiner naturkundlicher Einführung in die Geheimnisse unserer lebenswichtigen Wälder die Prachtexemplare des wertvollen Baumbestandes erläuterte: Pyramideneiche, Eibe, Douglasfichte und -tanne, amerikanische Eiche, Zeder, Zypresse, Mammutbaum[ii] und eine deutsche Eiche, deren Stamm vier Männer nur mit Mühe umspannen können. Überzeugend würdigten die anekdotenreichen Plaudereien des Forstmannes die Bedeutung des Tages. Das tat nach dem Weitermarsch, via Seemühle zur Witzmannsberger Mittagseinkehr auch der Wanderführer, um die Liebe zum heimischen Wald zu vertiefen. Da sich Franz Reinhardt aus gesundheitlichen Gründen noch immer schonen muß, nahm ihm Ernst Köhler die Führung des Heimweges ab. Er vollzog sich entlang der Tambacher Markierung und am Zigeunerbirnbaum vorbei zum Heckenweg bei obsiegender Sonne umso „geschmierter", als Frau Apothekerin ihre Mitwanderer selbstlos mit den Krapfen stärkte, die ihr an der Krebsmühle verehrt worden waren.


[i] Diese Befürchtung war szt. wohl weit verbreiet, hat sich indes nicht erfüllt,  Zitat aus der Website des Gerätemuseums Ahorn:

Zur Rettung dieses im Coburger Land einmaligen Denkmals…. trat seit dem Jahr 1970 der heutige Träger des Museums, der Förderverein Gerätemuseum des Coburger Landes auf den Plan: Dieser bemüht sich seit 1978 um die Sanierung der Schäferei und die Errichtung des Gerätemuseums, das heute aufgrund seiner umfangreichen Sammlungen als Volkskundemuseum für das ehemalige Herzogtum Coburg gelten kann…

 Als eine der ersten Institutionen wurde übrigens szt. der Thüringerwald-Verein angesprochen. Siehe unter

 [ii] Hier wird deutlich, dass das Anpflanzen exotischer Bäume keine Erfindung der jüngsten Zeit ist. Das gilt nicht nur wie hier als Parkbäume oder sonstige Einzelbäume, sondern durchaus auch großflächig im Wirtschaftswald.