Hoher Pilgerweg

Der Oktober-Waldabend hätte einen etwas besseren Besuch verdient gehabt.
 2. Vorsitzender Helmut Völk begrüßte vertretungsweise die zum Waldabend erschienenen Wfr. Wie üblich, wurden die Geburtstage des abgelaufenen Monats erwähnt.

Im abgelaufenen Monat wanderten wir  im „Schaumberger Land“, von Baunach nach Mürsbach und  nach Ummerstadt. Besonders erfolgreich war die „Weinwanderung“ von Rödelsee nach Iphofen. Weiterhin waren wir von Birkach nach Speckfeld gelaufen. Das wichtigste Ereignis war natürlich das 25jährige Jubiläum des gesamtdeutschen Thüringerwaldvereins „1880“ am 26. September auf der Alexandrinenhütte. Es standen nun noch  die Wanderung vom Goldbergsee durch den „Callenberger Forst“ am 18. Oktober  sowie die Jahresschlusswanderung am 25. Oktober  durch den „Banzer Wald“ bevor.

Anschließen gehörte die Bühne den Referenten Christina und Klaus Geuter. Sie entführten uns per Digital-Projektion in das alpine Grenzgebiet Italien/Frankreich, die Grajischen Alpen. Einer der zahlreichen Gipfel in diesem Bereich ist der Rocciamelone. Mit seinen 3538 m gehört er in diesen Regionen der Westalpen dazu eher zu den bescheideneren Erhebungen, gehören doch zahlreiche „4000er“ auch dazu. Der Rocciamelone gilt als der höchste Wallfahrtsort Europas. Auf dem Gipfel steht eine Madonna-Statue sowie eine kleine Kapelle. Bereits im Jahre 1358 wurde dieser Berg erstmals bestiegen, was in der Alpingeschichte natürlich recht früh ist. Nachgewiesen ist der Erst-Ersteiger Bonifatio Rotoario d’Asti. Er soll diese als Dankbarkeit errichtet haben, weil er aus türkischer Gefangenschaft entkommen konnte. Die Wallfahrt ist jeweils am 5. August.

Das coburger Ehepaar  Christina und Klaus Geuter wählte allerdings  einen etwas späteren Tag, nämlich den 01.Septembe. Über Füssen, den Reschenpass, das Engadin, den Malojapass, den Comer See und Turin waren sie mit einem Wohnmobil  nach Susa angereist, insgesamt  950 km bei zwei Zwischenübernachtungen.  Die kleine Stadt Susa war historisch Jahrunderte lang bedeutsam und ist noch heute Bischofssitz.

Der Anstieg auf den Rocciamelone folgte schließlich nach einer weiteren Anfahrt zu einem Parkplatz in 2205 m Höhe. Es lagen also immerhin noch 1.333 m Anstieg vor den Wanderern, wobei die „dünnere“ Luft in dieser Höhe durchaus spürbar ist, ganz abgesehen von den Unwägbarkeiten des Wetters. Zudem wird die Tour insgesamt gerade dann unterschätzt, wenn der Gipfel vom Einstieg aus schon zu sehen ist.

Start demnach am 1.9. 2014 um 07.30 Uhr. Zwischenstation dann das Rifugio Cà d’Asti, dessen Namen dem Erstersteiger gewidmet ist. Mit eindrucksvollen Bildern schilderten die Geuters den weiteren Anstieg bis zum Gipfel und den Rückweg, insgesamt 7 Stunden des Weges. Die sehr interessierten Zuschauer spendeten reichlichen Beifall.

Literatur: Karl Ziak: “Der Mensch und die Berge”, 1956 Salzburg/Stuttgart:

Auch die erste Bezwingung eines in das Gebiet des ewigen Schnees reichenden Alpengipfels, die 1358 erolgte Erklimmung der Roccia Melone an der italienisch-französischen Grenze, geschah wahrscheinlich aus religiösen Motiven, in Ausführung eines Gelübdes; denn der Ersteiger, Rotario d’Asti, brachte auf dem Gipfel ein kleines Votivbild an....

Dem Rotario d’Asti galt noch (1358) der von ihm erstiegene Roccia Melone (3538 m) als die höchste Spitze.