Immerhin 10 Wfr. fanden sich ein, um sich der Wanderung am 18. Oktober durch den Callenberger Forst anzuschließen, und dies bei – zunächst – strömendem Regen. Doch dieser ließ bald nach, als die Gruppe  am Goldbergsee am westlichen Ufer in Richtung Vogelbeobachtungs-Plattform entlang wanderte. Auf den Wasserflächen herrschte ein munteres Treiben der  Wasservögel. Zahlreiche Silber-Reiher bevölkerten insbesondere den hinteren Bereich, den „Biotopsee“. Diese lange Zeit in Mitteleuropa nicht (mehr)  heimische Art ist hier in den letzten Jahren wieder häufiger zu beobachten. Auch bevölkerten Kormorane die Bäume am See. Bald war bewaldete Bereich um den Goldberg erreicht, dieser wurde überschritten um dann wieder am „Grundsee“ weiterzuwandern, bis die Unterführung unter die Staatsstraße erreicht war. Drüben ging es dann unmittelbar in den Callenberger Forst. Immer einer der Haupt-Forstwirtschaftswege entlang wanderten wir  vorbei an der Försterei  hinauf  zum Schloss Callenberg. Das Wetter blieb an diesem Tag verhangen, aber auch dies bietet landschaftlich seine Reize. Die wenigen Meter hinauf bis zum Schloss wurden auch noch bewältigt. Oben erklärte Wfr. Detlef Bürger die die beiden Wappen; das eine aus der Zeit des Herzogs Johann Casimir sowie das Ehe-Wappen von Herzog Ernst II und Herzogin Alexandrine. Am Abstieg vom Schloss zeigte sich zu unserer Freude in dem Wildgatter ein prächtiger Damhirsch mit weit ausladendem Geweih.

Dann wanderten wir weiter, immer leicht ansteigend durch den herbstlichen Wald. Entgegen manchen Publikationen waren aber Laubfärbung und Laubwurf keineswegs für die Jahreszeit ungewöhnlich weit fortgeschritten. Am „Wasserturm“ erreichten wir Weidach, und bald auch die Einkehr-Gaststätte „Zum Eichhörnchen“, beinahe auf die Minute genau zum vorausgesagten Zeitpunkt.

Diese Wanderung war ja ursprünglich bereits für den 30. August geplant gewesen, damals hatte aber diese Gastwirtschaft gerade Betriebsurlaub. Die Qualität des Mittagessen bewies: das Warten bis in den Oktober hatte sich gelohnt. Ohnehin war der 30. August einer der ganz heißen Sommertage.

Nach der Mittagspause durchwanderten wir wieder den Callenberger Forst, diesmal  aber in Richtung zum Drehenweiher“. Unterwegs wies der Wanderführer auf die zahlreichen Ameisen-Burgen hin, vielfach von ganz eindrucksvoller Größe. Nun könnten wir vermuten, diese Ameisen-wären gezielt vom Forst wegen ihrer Nützlichkeit dort angesiedelt worden. Lt. Rückfrage   sind diese Ameisen aber  von selbst gekommen. Dies ist auch  ein Zeichen für eine intakte Natur, denn die Rote Waldameise reagiert empfindlich auf sauren Regen. So heißt es in  einem im Jahre 1984 erschienener Naturführer. Vom Drehenweiher aus wählten wir den Anstieg nach Callenberg. Dort wird derzeit das ehemalige Gesindehaus renoviert. An einem  Parkplatz beeindruckt der  Riesen-Mammutbaum (Sequoiadendron). Dieser ist eigentlich in Nordamerika heimisch, wurde aber gelegentlich  in Mitteleuropa angepflanzt. Dieser  hat mit seinen gerade einmal ca. 200 Jahren bei weitem noch nicht die mögliche Größe von über 100 m erreicht. Ein weiteres Exemplar dieser Baumart steht an der Veste Coburg, nahe der Bastion „Rautenkranz“.

Der Rückweg führte nun vorbei an der ehemalige. “Callenberger Farm“ (heute „Rudolf-Steiner-Schule“). Der Wanderführer wies kurz darauf hin, dass die „Callenberger Farm“ unter Herzog Ernst II als landwirtschaftlicher Musterbetrieb errichtet worden ist, um neue Wirtschaftsmethoden anschaulich vorzuführen.  Vorbild waren Farmen in England. Ähnlich verhielt es sich bei der „Ernstfarm“ nahe Scheuerfeld. Diese hatten wir bei der „Dreikönigs-Wanderung“  in diesem Jahr aufgesucht.

Nun war es nicht mehr weit bis zum Ausgangspunkt dieser Wanderung, den wir nach ca. 12 km am frühen Nachmittag erreichten.