Die Sache mit den Kormoranen.

Wohl die umstrittenste Art, die unsere Gewässer belebt, sind die Kormorane. Fischer, Teichwirte usw. verweisen auf die Schäden, die durch diese Wasservögel angerichtet werden.

Wie war dies in früherer Zeit, und stimmen die Angaben über die Zunahme der Population. Manchmal hat es auch Vorteile, schon etwas älter zu sein. Man kann auf eigene Bücher zurückgreifen, ohne Anspruch auf wissenschaftliche Systematik.

Beispiel: “Brehms Tierleben”, Ausgabe von 1952. Hier kommen auf immerhin 900 S. (wennglich global) Kormorane nicht vor.

Bei Hans Wilhelm Smolik “Wandern mit offenen Augen”, Gütersloh 1957 ist der Kormoran ein “seltener Wintergast” unserer Küsten und Binnengewässer.

Ähnlich die verwandten Arten Krähenscharbe und Zwergscharbe.

Aber das Buch von Smolik enthält einen in diesem Sinne auch interessanten Hinweis. Demnach seien Binnenfischerei und Teichwirtschaft in Deutschland gegenüber dem Vorkriegsstand “beängstigend stark zurückgegangen”. Das Buch erschien, wie gesagt, 1957. Gründe seien die Konkurrenz durch den damals (!) wesentlich billigeren Seefisch, aber auch der Schadstoffeintrag durch die Industrie.

Neueren Erscheinungsdatums ist aus der Reihe “Steinbachs Naturführer” - Puchta: “Wassevögel”, München 2002. Hier wird auf die massive Bekämpfung im 19. Hdt. und bis zur Mitte des 20. Jhdt. hingewiesen.