Alle Kommentare geben ausschliesslich die Meinung und Einschätzung des Verfassers wieder, nicht eine Stellungnahme des Thüringerwald-Vereins Coburg.

Neulich erstand ich - eigentlich per Zufall - ein antiquarisches Büchlein: “In Erz gegossen, in Stein gehauen - Denkmäler und Gedenktafeln in Coburg”, erschienen 1969, Verfasser Joachim Behrens. Zum Kriegerdenkmal am Ernstplatz ist aber nichts enthalten.

Lehfeldt-Voss, Bau- und Kunstdenkmäler Thüringens, Band XXXI, “Auf dem Ernstplatz: Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Feldzuges 1870 - 1871. Ausgeführt von Hofbildhauer Scheler. Ein Steinbau im gothischen Stil. Der untere Theil hat die Form einer gdrungenen gothischen Filiale mit vier Ziergiebeln. Auf diesen steht eine hohe achteckige Säule, deren Fuss mit acht gothischen Ziergiebeln geschmückt ist. Das Capitell der Säule bekrönt ein Adler. Aufgestellt 1874.
 

Coburger Zeitung  (CZ) vom  19. Januar 1871

Unter dem Datum 17. Wird für „morgen“, also dem 18. „grosse militärische Kaiserhuldigung“ angekündigt. Interessant ist der Hinweis auf den 18. Januar als einem speziell preußischen Gedenktag am den 18. Januar 1701, als in Königsberg der 1. König von Preußen gekrönt worden ist – Friedrich I.

(Friedrich II war allgemein als „alter Fritz“ bekannt, Friedrich III der „100-Tage-Kaiser“, Nachfolger Wilhelm I).

Die Wahl gerade dieses Datums (der 18. Januar 1871 war ein Mittwoch) wird von vielen historischen Darstellungen ignoriert.

„Nach Schluß der Redaktion“ - Depesche mit der Meldung, dass der König von Preußen die deutsche Kaiserkrone „auf einmütigen Ruf der deutschen Fürsten und freien Städte“ annehme.

CZ“ 20.1.1871

Depesche: beiden Häusern des preußischen Landtags wird offiziell die Kaiser-Proklamation bekannt gegeben.

Dann ein recht langes Traktat über das deutsche Kaisertum, gezeichnet „Wes.Ztg“ (möglicherweise steht dies für die „Weserzeitung“ – die seit 1844 erschienen war). U.a. wird hier 1866 als das Jahr der Befreiung von der „österreichischen Fremdherrschaft“ genannt.

Sehr eigenartig liest sich heute eine Art Kolportage-Fortsetzungsroman aus der Geschichte der Belagerung von Paris in den „Hugenottenkriegen“.  Verantwortlich für diesen Beitrag war die „Allg.Ztg.“, wer auch immer sich hinter dieser Abkürzung verbergen mag.

Schließlich doch noch ein Aufruf von Wilhelm I an das deutsche Volk.

Im Übrigen beherrschten die Zeitung keineswegs etwa großartige Triumph-Gesänge über das neue Deutsche Reich, sondern Meldungen über die nach wie vor andauernden Kämpfe. Der Krieg war zu diesem Zeitpunkt wohl schon entschieden, aber noch nicht beendet.

 

CZ“ v. 21.1.1871

Bemerkenswert eine in englischer Sprache publizierte Bekanntmachung der königlich britischen Regierung. Sie richtete sich an Briten mit Aufenthalt im Herzogtum Sachsen-Coburg und Gotha, die dort als „eingebürgert“ gelten konnten. Sie wurden aufgefordert, sich ggfls. durch Erklärung gegen die britische Staatsbürgerschaft zu entscheiden. Bemerkenswert ist der Zeitpunkt dieser Publikation. Dieser Erlass war nämlich bereits unter dem 12. Mai 1870 datiert worden.

 

 

 

 

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