Ein weiterer Artikel im “Farnkraut” Nr. 1/1965 ist in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert: hier erscheint als Autor erstmals der Name Horst Mitzel. Später war Horst Mitzel 1. Vorsitzender des Thüringerwald-Vereins, zeitweise auch Objektleiter der Zeitschrift “Das Farnkraut”.

Er befasst sich mit einem lokalgeschichtlich bedeutsamen Thema: der Herstellung von Märbeln. Hierzu suchte er u. a. den vermutlich letzten aus der Zunft der Märbelklopfer auf, nämlich Hermann Niller, Jahrgang 1899, Spittelstein.

Wir müssen zuächst zwei Berufe bzw. Gewerbe unterscheiden: der Märbelklopfer stellte aus gebrochenen Gesteinen kleine Würfel her, die dann in der Märbelmühle zu Kugeln weiterverarbeitet worden sind.

Mitzel verweist auf eine Schrift von Andreas Stubenrauch: Die Märbelindustrie in Südthüringen und Franken.

Mit diesem Thema befasste sich später auch Walter Schneier: “Coburg im Spiegel der Geschichte”, Coburg 1985. Hier wird u. a. auf Moritz August von Thümmel (1738 - 1817) hingewiesen, der grossen Anteil an der Einführung der Märbelindustrie im Coburger Land gehabt hat.

Übrigens waren die “Märbel” keineswegs nur Kinderspielzeug. Sie wurden auch für militärische Zwecke verwendet, insbesondere als Schrot im Seekrieg zur Zeit der Segelschiffe. Durch Schüsse in die Takelage sollte das feindliche Schiff manovrierunfähig gemacht werden. Dieser Hinweis findet sich aber lediglich bei Schneier und wohl auch im Naturmuseum, auf welchletztere Quelle sich dann das “digitale Stadtmuseum” bezieht. Der Rückgang dieser Märbelindustrie ist daher nicht ausschließlich auf den Übergang zu den Tonmärbeln zurückzuführen, sondern auch auf die geänderte Seekriegsführung.

Mitzel beschreibt dann sowohl den Herstellungsprozeß des Märbelklopfens als auch die Weiterverarbeitung in den Mühlen.