Naturkundliche Muttertags-Wanderung

In dem von Goethe bedichteten indischen Gingko, der eichenähnlichen schlitzblättrigen Buche, den Tulpen-, Schneeglöckchen- und Trompetenbäumen, der Platane oder dem versteinerten Holz bei der Marienschule und am unteren Wall, das 180 Mill. Jahre alt sein soll, weist unser Hofgarten wahre Kostbarkeiten auf. Ihnen galt die ungeteilte Aufmerksamkeit beim Start zu Karl Arnolds naturkundlicher Wanderung (8. Mai 1966). Trotz regnerischen Wetters und teilweise schlüpfrigen Bodens vollzog sie sich zügig auf dem Weg über die Brandensteinsebene zum Arkosedolomit der Eierfelsen, von dort mit herrlichem Blick auf Seidmannsdorf und Buchberg zur Harrasquelle unterm Klausberg und weiter bei munterem Gesang über Neuhof-Neershof, Spittelstein, Blumenrod in die romantischen, mitunter freilich grundlosen Bereiche des Saulochs bis hin zum Teufelsfelsen in der Einberger Schweiz. Die mehr als 20 Teilnehmer genossen die Frühlingsblumenpracht, die sie u. a. mit dem heilkräftigen Sanikel, mit Türkenblut, Frühlingsplatterbse u. a. „Spezialitäten" der heimischen Flora vertraut machte, ebenso dankbar wie die wertvolle Bereicherung ihrer Geologiekenntnisse, die Wahrnehmung und Deutung von Vogelstimmen und das Lesen von Wildspuren, zu dem ein gar nicht ängstlicher Nachosterhase anerkennend „Männchen machte". Die im Wanderspruch zugleich die Bedeutung des Muttertags ansprechende Exkursion, die auch auf dem Heimweg durch den Bausenberg die große Naturliebe des Wanderführers wissensbereichernd offenbarte, bestätigte einmal mehr den tiefen Sinn des Goethe-Wortes: „Jede Pflanze verkündet dir nun die ewigen Gesetze; jede Blume sie spricht lauter und lauter mit dir."

Anmerkung: inzwischen ist über die Baum-Raritäten im Hofgarten ein - neudeutsch - flyer erschienen.