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Grafschaft Orlamünde (Löwe schwarz in Gold, mit Herzen bestreut, im Bild links); Herrschaft Pleißen (Löwe Gold/Silber in Blau); Grafschaft

Orlamünde

Wo das Flüsschen Orla in die Saale mündet, liegt die Gemeinde Orlamünde, Name auch eines Uradelsgeschlechts, das einst weithin verzweigt war, sich aber im thüringischen dem Zweig den Wettinern unterwarf. Wappen: schwarzer Löwe auf Gold, der Gold-Hintergrund ist mit roten Herzen bestreut. Bis heute geführt vom thüringischen Saale-Holzland-Kreis, vom Landkreis Kronach (ehemaliges „Amt Lauenstein“) und von der Gemeinde Orlamünde.
Diese Grafschaft Orlamünde wurde vermutlich vor allem wegen der Sage von der “Weißen Frau” bekannt. Leider fällt es schwer, hierzu seriöse Grundlagen zu finden. In Touristikprospekten u. dgl. wird einfach nur  etwas von der Sage hingeschrieben.
Die Zeitung “Die Welt” hat sich am 7.10.2007 zur Aufgabe gemacht, dies einigermaßen in ein System zu bringen. Es gab auch einen seriösen Literaten, der diesen Sagenstoff bearbeitet hat, nämlich Johann Georg Theodor Grässe (1814-1885). Ansonsten laufen widersprechen sich selbt die Namensangaben, bald soll es sich um eine “Kunigunde von Orlamünde”, bald um eine “Katharina von Orlamünde” gehandelt haben. Auch die Angaben über das Kloster sind verwirrend: Himmelkron im Bayreuther Land oder Himmelthron in Großgründlach bei Nürnberg. Lt. “WIKIPEDIA”, Stichwort “Himmelthron”, downl. 02/14 sei in der Gründerin Kunigunda von Orlamünde der Ursprung der Sage zu sehen. Himmelkron dagegen lt. der gleichen Quelle 1279 eine Gründung des Otto III von Weimar-Orlamünde. Unheil soll die “Weiße Frau” erstmals dem Hohenzollern Albrecht Achilles im Jahre 1486 verkündet haben, seither spukt sie auf der Plassenburg, im Bayreuther Stadtschloss, auf Burg Lauenstein und sogar im Berliner Stadtschloss (auch im Palast der Republik?).  Die “Deutsche Biographie” schreibt zwar einiges zum Thema Albrecht Achilles, weiß aber nichts von der “Weißen Frau”.

Herrschaft Pleißen

Ein wirklich optisch sehr attraktives Wappen, dieser in gold und silber geteilte Löwe auf blauem Hintergrund. Der Name kommt vom Fluss Pleiße, der aus dem westlichen Erzgebirge kommt und bei Leipzig in die Weiße Elster mündet. Unter anderem gehört Altenburg und Chemnitz dazu. Das Pleißenland war im Mittelalter Reichsland, das dem Kaiser direkt unterstand. Seit 1243 allerdings ging dieses Territorium aber dauerhaft an die Wettiner.

Ein enger Zusammenhang bestand auch zwischen der Burggrafschaft Altenburg und der Herrschaft Pleißen. Die Burggrafschaft Altenburg fiel 1323 – 1329 an die Wettiner (vgl. als grundlegende Arbeit hierzu André Thieme: „Die Burggrafschaft Altenburg, Studien zu Amt und Herrschaft im Übergang vom hohen zum späten Mittelalter“, Leipzig 2001). Das heraldische Symbol für die Burggrafschaft Altenburg war die Rose, ähnlich wie die sechs Rosen der Herren von Rosenau.