Aus „Das Farnkraut“ Nr. 2/1998

Ein anscheinend unerschöpfliches Thema: die innenstädtische Wirtschafts- und Verkehrsstruktur einschließlich der Parkproblematik. Ich konnte mir den folgenden Kommentar nicht verkneifen! Geradezu nostalgisch wird allerdings die Betrachtung, wenn es um die “noch-DM”-Preise geht.

Nachgewürzt!
- Teuere Stadtbesuche -
Ein- regional- und kommunalpolitscher „Dauerbrenner" ist die Standortkonkurrenz zwischen Stadt und Land, insbesondere wenn es um die Ansiedelung von Handel und Gewerbe geht.
Hie gewachsenes Stadtzentrum!, da „Grüne Wiese"!, so lauten die leicht vergröbernden Schlagworte. Sicher ist es richtig, daß auch und gerade eine historisch gewachsene Altstadt mit vielen erhaltenswerten Baudenkmälern kommerziell attraktiv und vital bleiben muß. Es sollte sich lohnen, das Stadtzentrum aufzusuchen, um Güter und Dienstleistungen nachzufragen.
Zumindest verbal sind die Coburgs Stadt-Väter und Mütter diesem Anspruch stets gerecht geworden.
Kaum eine Gewerbeansiedlung im Umland, wo sie nicht den warnenden Zeigefinger erhoben hätten, die Verödung der Innenstadt beschwörend.
Ich kann und will dieses Thema hier nicht erschöpfend behandeln. Nur muß natürlich das gesamte Verhalten zu diesem Anspruch passen.
Neudeutsch „kontraproduktiv" finde ich folgende Preisgestaltung in einigen veste-städtchen Parkhäusern:
1. Stunde 1 - DM, 2. Stunde 1,50 DM, 3. Stunde 2 - DM.
Wirbt man so um den qualifizierten Besucher und Kunden, der neudeutsch „beratungsintensive" Güter und Dienstleistungen nachfragt?
Oder meint man, zu einem progressiven Rathaus gehört auch ein progessiver Parktarif, maßgeschneidert für Leute, die wegen zwei Brötchen, einer Schachtel Zigaretten und einem „Revolverblatt" das Auto besteigen?
-hdb-