Runde um den „Märchenwald“

 

Einen gelungenen „Einstand“ gab Friedhold Göhring als Wanderführer. Er hatte sich den Grabfeldgau hierzu ausgesucht. Mit 16 Wanderern startete der Kleinbus pünktlich um 09 Uhr.

Ausgangspunkt war dann der Weiler Sambachshof, bekannt hauptsächlich durch den „Märchenwald“. Dieser  Freizeit- und Vergnügungspark, wurde  1970 durch einen Privat-Unternehmer gegründet . Noch  war der große Parkplatz nahezu leer, als wir  kurz vor zehn Uhr angekommen waren. Der Kleinbus aber fuhr wie üblich  zurück.

Friedhold  Göhring begrüßte seine Mit-Wanderer, besonders aber Helmut Zimmermann, in Coburg längst als Gründer und langjähriger Vorsitzender des Kneipp- und Naturheilvereins bekannt. Auch bei uns im Thüringerwald-Verein hatte er im Juli 2013 einen Vortrag zur Ernährungslehre gehalten. Zimmermann sollte an diesem Tage  die Wanderung noch durch einige heilpflanzenkundliche Erläuterungen bereichern. . Immer wieder sammelte er während der Wanderungen Pflanzenteile vom Wegesrand auf und erläuterte deren Nutzen als Küchenkraut oder Heilmittel.

 

Der Wanderweg führte uns zunächst die bewaldeten Höhen entlang, der sich südöstlich des offenen Landes um  Bad Königshofen erstreckt und dieses um 200 m überragt.  Im Bereich des „Höhberges“ hatten wir einen sehr schönen Fernblick über Bad Königshofen bis hin zu den „Gleichbergen“ , zum Thüringer Wald und zur Rhön.

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Die „Alte Schanze“ und das „Annabild“ sowie den Judenfriedhof  bei Kleinbardorf mussten wir uns an diesem Tag aber ersparen, der Weg wäre zu weit gewesen.  Vielmehr stiegen wir zwischen Höhberg und Klosterholz hinab nach Sulzdorf zur Mittagseinkehr.

Die Mittagseinkehr in Sulzfeld  verlief zur vollen Zufriedenheit. Sulzfeld mit Ortsteilen hat immerhin ca. 1700 Einwohner und durchweg gepflegte Anwesen. Zahlreiche gelistete Baudenkmäler verweisen auf eine reiche Geschichte.

Bemerkenswert ist auch der „Johanneshof“. Wir erreichten ihn auf dem Rückweg Richtung Sambachshof. Es handelt sich um ein ehemaliges Zisterzienserinnen-Kloster „Johannisthal“ (Johanniszell?) . Dessen Geschichte hat Reinhold Albert in der „Mainpost“ vom 15. 1. 2009 beschrieben. Heute sind nur noch wenige Überreste der baulichen Anlagen vorhanden. Historische Beziehungen bestehen auch zum Coburger Land, denn die Grafen von Wildberg besaßen im frühen Mittelalter u. a. den Ort Gestungshausen , heute Landkreis Coburg (Hinweis: Ortschronik  Heinz Bär, Gestungshausen 1997). Auch als Herren auf Straufhain werden sie genannt (Joh.  Gerhard Gruner 1783, nach google-books).  Als Wappen wurde zeitweise ein bezinnter Turm geführt, das auch beispielsweise im Stadtwappen von Heldburg erscheint und in Abwandlung („Colonna“) in Henneberg-Römhild, u.a. auch an der Erker-Fassade am „Stadthaus“ zu Coburg. Die Überreste der ehemaligen Burg Wildberg liegen noch einige Kilometer südlich des Johannishofs. Nach dem Johanneshof war der Anstieg entlang des Raubachs beträchtlich, der Weg führte im Wald entlang einer recht ausgedehnten Ferienhaussiedlung zwischen dem „Rosenberg“ und dem „Großen Breitenberg“.

 

Ein Glanzpunkt im weiteren Verlauf des Weges ist die „Vierzehnheiligenkapelle“ . Sie wurde 1982 vom Musikverein Sulzdorf errichtet und ist Station auf der Wallfahrt von Sulzfeld a. d. L. nach der Basilika Vierzehnheiligen .

 

Von dieser Vierzehnheiligenkapelle aus war der Rückweg nach Sambachshof nicht mehr weit.

Eine Einkehr in der Raststätte, die zum Märchenpark gehört, beschloss diesen Wandertag. Diese Attraktion hatte sich doch inzwischen, wohl auch wegen des schönen Wetters, merklich belebt. Pünktlich starteten zwei Kleinbusse mit zufriedenen Wanderern zurück nach Coburg.

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Unser Dank gilt Wfr. Friedhold Göhring, aber auch Helmut Zimmermann.