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Schwarzatal

„In weitem,  schönen Bogen zieht sich das Thal dahin. Hinein ragt, vom Tännigshaupt auslaufend, ein schmaler Grat. Seinen  Fuß umschmeicheln die klaren Fluten des Flusses. Auf dem äußersten Vorsprung erhebt sich das Stammschloß des Schwarzburgischen Fürstengeschlechtes. Ernst, doch nicht trutzig, gütig, doch nicht freundlich, selbstbewußt, doch nicht stolz schaut die Schwarzburg auf die im Thale hingestreuten Hütten des Dorfes. Hofleuten gleich stehen reiche Landhäuser und vornehme Gasthöfe am Bergesabhang und in ehrfurchtsvoller Ferne schützende Bergeswälle mit starken Tannen und Fichten, altersgrauen Buchen und wetterharten Eichen. Tiefer Friede, selige Ruhe!...“

So poetisch beschreibt im Jahre 1900 ein R. Kiesewetter aus Glasbach seinen Eindruck von der Schwarzburg bei einer Wanderung durch das „Schwarzathal“ von Blankenburg nach Scheibe („Thüringen in Wort und Bild“, Berlin 1900, Nachdruck Frankfurt 1981).

Bevor wir das Schloss Schwarzburg erreichten, fuhren wir zunächst von Sonneberg aus das Steinachtal hinaus bis Steinach, dann weiter über Lauscha nach Neuhaus/Rwg. Dr. Bachmann erläuterte hierbei die einzelnen sehenswerten Objekte, leider war ja die Zeit viel zu kurz, um nochmals auszusteigen. Immer wieder erklärte Bachmann die höchst verschlungenen Pfade der Herrscherhäuser Thüringens mit ihren schier unzählbaren Teilungen und Verzweigungen. Leider hatte sich der Nebel, den früh „mdr.thüringen“ gemeldet hatte, beileibe nicht voll aufgelöst, sodass viel von der Landschaft verborgen blieb, auch der Tiefblick von Oberweißbach in das Schwarzatal mit Stausee. Weiter ging’s durch Sitzendorf  und schliesslich war das Ziel, die Schwarzburg, erreicht.

In einem der oben genannten „vornehmen Gasthöfe“ , dem Hotel „Weißer Hirsch“, machten wir Mittagspause. Das Haus besteht als Hotel seit 1788, illustre Gäste weilten schon hier, wie Königin Wilhelmina der Niederlande oder  der erste deutsche Reichspräsident, der hier die „Weimarer Verfassung“ unterzeichnete.

Nach der Mittagseinkehr, die zu aller Zufriedenheit verlaufen ist, blieb noch Zeit zu einem Erkundungsgang zur nahen Burg. Heute ist weniger erhalten als zum Zeitpunkt der Schilderung im Jahre 1900. Das widersprüchliche ist schon gegeben, denn es handelt sich einerseits um eine typische Höhenburg, andrerseits auch um eine Barock-Residenz. Das Zeughaus wird derzeit renoviert.

Doch bald hieß es wiederum, den Bus zu besteigen und aufzubrechen.

 

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illustre Gäste weilten schon vor uns hier....

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Schloss Schwarzburg; Gartenparterre mit “Kaisersaal”; Mittelbau und östl. Flügel; 1695 (Dehio). Der westl. Flügel ist nicht erhalten.