Voll besetzt war der Reisebus, als er sich ab Hauptpost, Anger und Klinikum in Bewegung setzte. Erfreut konnte Reiseleiter Wilhelm Bauer seine Gäste begrüßen, auch das Wetter versprach bestens zu werden. Über Sonneberg (hier musste ein Umleitung in Kauf genommen werden)  und Judenbach fuhr der Bus die historische Fernstraße über den Sattelpass nach Tettau und Kleintettau.  Einst war diese Straße eine der wichtigsten Heer- und Handelsstraßen im Deutschen Reich gewesen, verband sich doch die Reichsstädte Nürnberg und Leipzig. Auch Martin Luther hatte einst den Sattelpass überquert. Hinter Neuenbau durchfuhren wir die Grenze zwischen Thüringen und Bayern. Vom mehr als 700 m hohen Wildberg aus hatten wir einen umfassenden Blick nach Norden über den “Tettauer Winkel”. Bald hatten wir den Markt Tettau und den Ort Kleintettau erreicht.  Insbesondere Kleintettau lag  einst ganz hart am “Eisernen Vorhang”. Unten Aufnahmen aus den 70er Jahren, die Markierungen noch in gelb.

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Zum Glück sind diese Zeiten längst vorbei. Der Bus konnte unmittelbar vor dem Werktor der Fa. Heinz-Glas halten, und planmäßig fanden wir uns zur Werksführung ein.

Man ist bei diesem Unternehmen offensichtlich auf Besuchergruppen eingerichtet. Rasch waren drei Gruppen gebildet, die nun auf getenntem Wege, jeweils geführt durch einen Werksangehörigen, die Glasfabrik erkundeten. Wir erfuhren, dass die Tradition des Familienunternehmens bis in das 16. Jahrhundert zurückgeht. Heute werden hier Glas-Flakons und Tiegel für die Parfüm- und Kosmetikindustrie hergestellt. Dabei ist das Design äußerst wichtig, denn es handelt sich keineswegs um schlichte Behälter oder bloße Umhüllungen, sondern das Erscheinungsbild des Flakons muss zum Inhalt passen und entscheidendes darüber aussagen.

Wir erfuhren aber auch viel über den technischen Wandel in der Produktion und über die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Glasmacher in früheren Zeiten.  Besonders interessant daher eine Schau-Werkstatt, wo altgediente Glasmacher vorführen, wie vormals die Herstellung abgelaufen ist.

Mancher verzichtete allerdings auf den Gang  auf eine Brücke hoch über der  Produktionshalle, wo an diesem ohnehin warmen Tag eine Temperatur von über 50° herrschten - die Besucher werden hier rechtzeitig darauf aufmerksam gemacht.

Nach einer erlebnisreichen Besichtigung dankten wir unseren Begleitern und Führernn und begaben uns zur Mittagseinkehr in das nahe gelegene “Glascafé”.  Dort wurde allerdings nicht nur Kaffee angegboten, sondern auch Mittagsgerichte. Besonderen Anklang fanden die Spezialitäten des Hauses aus den am Ort gezüchteten schottischen Hochlandrindern. Insgesamt werden etwa 120 dieser Tiere auf ehemals landwirtschaftlichen Flächen gehalten, auf denen  Ackerbau usw. nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben wäre. Diese Rinder sind ganzjährig im Freiland und sehr anspruchslos zu versorgen. Jährlich werden aber Tiere aus der Herde entnommen, geschlachtet und verarbeitet. Kenner schätzen die  ausgezeichnete Qualität des langsam und sehr artgerecht erzeugten Fleisches.

 

 

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Vom Glaswerk aus sind es einige hundert Meter bis zum Tropenhaus am Rennsteig, mit dem verheißungsvollen Namen “Klein Eden”. ‘Wir trafen uns in der Eingangshalle wieder und erwarteten die Führung.  Eine erste Einführung gab es im Besucherhaus. Immerhin sind dort stattliche Bananenstuden zu bewundern. Noch interessanter ist der geführte Rundgang, etwa eine Stunde, im Haupt-Gewächshaus.