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Wanderung 16. September 1967

Im „Königsberger Heimatbogen“ Nr. 48 aus dem Jahre 1986 sind wertvolle Hinweise zu den ideengeschichtlichen Hintergründen des Amtsbotenwegs enthalten.
Im Jahr zuvor, also 1966,  hatten die Coburger die rd. 50 km lange Strecke von Coburg nach Königsberg in allerdings zwei Tagen zurückgelegt. Nun galt es für die Königsberger, hier „einen draufzusetzen“ und diese Strecke in nur einem Tag zu bewältigen. Veranstalter waren die Schloßberggemeinde Königsberg sowie der Altherrenverband der Schülerverbindung „Casimiriana“. Die Strecke führte über Unfinden, das Waldgebiet östlich von Königsberg nach Ibind, Gemeinfeld, Hafenpreppach (Rast)  dann querfeldein bis zu dem damals vermutlich weit kleineren Witzmannsberg (Rast) – Ahorn –Coburg.
Erstaunlich: eine „große Menschenmenge“ hatte sich schon am Stadtrand von Coburg zur Begrüßung eingefunden, die Stadtkapelle Königsberg spielte, die Menschen standen Spalier, ein 73-l-Bierfass  wurde (wohl aufgrund einer Wette) per Schubkarren mit Polizeieskorte (!) zum Markt gefahren.  Wäre das heute noch so denkbar?  Immerhin, die Polizei war damals noch städtisch.
Dann zogen hundertsiebzig Leute in die Hofbräu-Gaststätten an der Mohrenstraße, darunter die Bürgermeister Dr. Paul Haubner, Coburg und  Rudolf Mett, Königsberg und es wurde bis 23 Uhr gefeiert, die Königsberger fuhren alsdann mit dem Bus zurück.
Der damalige 1. Vorsitzende des Thüringerwald-Vereins Coburg, Ernst Eckerlein, kündigte für das nächste Jahr  einen Gegenbesuch an, zusammen mit den Casimirianern.
Dabei an diesem Abend war auch Werner Ungelenk, mit Königsberg verwandtschaftlich verbunden.  Er sollte in den nächsten Jahren Hauptinitiator für die Anlage des Amtsbotenwegs als markiertem Wanderweg werden. Als Redakteur des „Coburger Tageblatt“  besorgte er  zudem die regelmäßigen Nachrichten aus Königsberg.
Die damals 1967 gewählte Wanderroute unterscheidet sich etwas von dem heutigen Amtsbotenweg. Über den wirklich historischen Amtsbotenweg ist nur schwer etwas genaues  zu erfahren. Klar ist nur eines: bei der Anlage des markierten Wanderwegs mussten zumindest stark befahrene Autostraßen gemieden werden, ganz im Gegensatz zu früher, auch im Gegensatz zu den Anfängen der Wandervereine vor nunmehr über hundert Jahren.
In dem oben erwähnten Heft „Königsberger Heimatbogen“ Nr. 48 heißt es lediglich, es sei ein stabiler Trampelpfad entstanden, „fast diagonal“, wenig Kurven und Anstiege, keine Wegweiser. Das ist natürlich wenig konkret, zumal sogar grobe Übersichtsskizzen fehlen.
Hans Detlef Bürger