Text Lehfeldt-Voss

 

Das Hauptportal: Die toskanisch-dorischen Säulen, welche das Portal einfassen, erscheinen wie aus schweren Mühlsteinen auf einander geschichtet. Es sind Dreiviertel-Säulen. Die einzelnen Säulentrommeln treten abwechselnd vor und zurück. Die vorstehenden Schichten sind mit dem dahinter liegenden Quaderstein der Frontmauer ans einem Stück gemeisselt, so dass die Halbsäulen mit der Mauer im festen Steinverband zusammen gehalten werden. Auch die keilförmigen Steine der Thorwölbung treten in derselben Weise abwechselnd vor und zurück. Jetzt wird der monumentale Eindruck leider empfindlich beeinträchtigt durch die moderne Glasthür des Möbel-Ladens, der im Erdgeschoss des Zeughauses untergebracht ist[1]. Diesen heutigen Zustand des Portals zeigt unsere Abbildung ... Noch schlichter ist das Thor daneben, welches auf die alte Wendeltreppe führt. Es ist von ganz schmucklosen Quadern umrahmt und nur ebenso hoch wie breit. Das wirkt ganz besonders schwer.

 


[1] Gemeint ist wohl der jetzige Zugang zum Staatsarchiv. Dieses nutzt das Erdgeschoss lediglich als Foyer, die eigentlichen Archivräume befinden sich in den Obergeschossen. Das übrige Erdgeschoss wird von einer bekannten Weinhandlung genutzt; Zugang insoweit von der Rückfront Johannisgasse. Die Glastür ist heute noch vorhanden, wenn sie auch heute nicht mehr als “modern” betrachtet werden darf; vermutlich war zuvor eine schwere uns massive Tür vorhanden, die ein gewaltsames Eindringen weitgehend verhindert hat.