Zitat nach Lehfeldt-Voss: „Bau- und Kunstdenkmäler Thüringens“; Band XXXII-Herzogtum Sachsen-Coburg und Gotha – Landrathsamt Coburg

 Das Portal in der Spitalgasse.

 Die Oeffnung ist rundbogig. In den Zwickeln befinden sich schräg gestellte Wappen - Cartouchen mit dem Rautenkranz und dem Löwen. Diese Bogenstellung wird eingerahmt durch zwei sehr reich mit Ornamenten bedeckte Hermenpfeiler. An dem Schaft dieser Pfeiler sind Beschlagmuster gemeisselt. Darüber folgt ein in flachem Relief gemeisselter jugendlicher Frauenkopf, der von den sehr dünnen Voluten eines ionischen Capitäls bekrönt wird, lieber diesem Capital steht eine vollrund gemeisselte jugendliche Frauenbüste, welche den verkröpften Architrav des sehr reichen Gebälks trägt. In dem darüber befindlichen Fries ist an den beiden Verkröpfungen abermals ein jugendlicher Frauenkopf gemeisselt. Die Mitte füllt eine breite Cartouche, welche von Rollwerk umrahmt ist. Das Gebälk wird bekrönt durch zwei steigende Löwen, welche das grosse sächsische Wappen halten. Auch diese sehr gut gearbeiteten Sculpturen zeigen die Hand des Bildhauers Bergner. Allerdings sind die Sculpturen hier an dem Aeusseren des Gebäudes etwas verwittert. Auch sind dieselben wohl ursprünglich nicht mit derselben Feinheit gearbeitet wie die Sculpturen des Grabmals der Morizkirche. Der ganze Aufbau des Portals hat unverkennbare Aehnlichkeit mit dem Portal am Treppenthurm des Schlosses zu Ahorn. Siehe die Abbildung des letzteren in diesem Hefte.