Statt “Naturschutz” wurde hier im “Farnkraut” der weitergehende Begriff “Umweltschutz verwendet”. Erheblich kontroverses Thema waren gerade zu dieser Zeit wieder einmal Schwarzbauten im Außenbereich. Schon und gerade damals waren Wochenendhäuser sehr beliebt und begehrt, teils als Statussymbol und Wohlstandsattribut, teils aber auch nicht ganz unverständlich, weil der ständig wachsende Kraftfahrzeugverkehr bisherige Wohngebiete in der Qualität zu mindern begann. Damals, lange vor der “Wende”, war hierzulande weitgehend unbekannt, dass diese Erscheinung auch in der DDR anzutreffen war; “Datschen”. Lt. “WIKIPEDIA” wurde dies szt. toleriert, um “Unzufriedenheit im Land entgegenzuwirken und ein DDR-Heimatgefühl zu erzeugen”. Ganz neu war dies nicht, wie aus Zeichnungen von Heinrich Zille hervorgeht, entflohen schon im Frühkapitalismus die Leute aus den Elendsquartieren Berlins wenigstens zeitweise in die “Lauben”.

 

Abbruch weiterer 50 »Sommerresidenzen« verfügt
 

Interessen-Vorrecht der Allgemeinheit muß endlich respektiert werden
Ebenso wie die Besitzer »schwarz« gebauter Wochenendhäuser in den Landschaftsschutzgebieten des Kreuzberges und des Semberges bei Bamberg müssen es sich nun auch 50 Freizeitbürger des Heide-Dörfchens Mardorf im »Steinhuder Meer« gefallen lassen, daß ihre »Sommerresidenzen« wieder abgerissen werden, weil sie außerhalb ausgewiesener Baugebiete, also ohne Baugenehmigung errichtet worden sind.
Der illegale Bau von Wochenendhäusern gehört allüberall zu den verbreitetsten »Kavaliersdelikten«. Daher ist es notwendig, an die folgenden Bestimmungen zu erinnern: Sowohl in Naturschutz- wie auch in Landschaftsschutzgebieten ist es strikt verboten, zu bauen. Schon die Einzäunung eines »Wochenendgrundstückes«, das Aufwerfen eines Erdwalles oder das Ausheben eines kleinen Weihers ist unzulässig, weil es sich um Gebiete handelt, die für den Erholungsbedarf der Allgemeinheit reserviert sind. Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, zu glauben, daß Schutzgebiete mit absolutem Bauverbot auf die Naturparke oder besonders gekennzeichnete Erholungslandschaften beschränkt seien. Tatsächlich sind die meisten Landkreise der Bundesrepublik, die landschaftliche Schönheiten und natürliche Kulturwerte zu bieten haben oder zu geschlossenen Landschaften gehören (wie Spessart, Odenwald, Harz, Heide, Bayerischen Wald und auch weiten Gebieten in unseren fränkischen Mittelgebirgs-Bereichen), generell Landschaftsschutzgebiete. Da gerade sie naturgemäß starke Anziehungskraft für erholungshungrige Städter besitzen, sind hier Verstöße besonders häufig. Umso erfreulicher, daß endlich einmal ein paar abschreckende Exempel statuiert werden, um das Interessen-Vorrecht der Allgemeinheit durchzusetzen.

Landesamt für Umweltschutz
Durch ministerielle Verordnung wurde mit Wirkung vom 1. Januar 1972 ein bayerisches »Landesamt für Umweltschutz« geschaffen. Ihm obliegt die koordinierende Betreuung des Umweltschutzes in ganz Bayern.