Aus „Das Farnkraut“ Nr. 4/1971

 

Ein Bericht aus den ganz großen Zeiten der Wegemeisterei. Bei uns beruht die Arbeit dieser  Wegemeisterei auf reinem Idealismus, aus Zuneigung zu Heimat und Natu, aus Kameradschaft. Wir betreiben dies mittlerweile seit 100 Jahren. Dabei haben wir dies nie als geschäftliche Investition betrachtet, nie  den  Erfolg für uns selbst erwartet. Dies unterscheidet uns nach meiner Einschätzung von anderen Institutionen, die sich neuerdings auch mit der Anlage von Wanderwegen beschäftigen. Sie betreiben dieses Geschäft durchaus professionell und vor Allem mit nicht geringem Aufwand. Diese Institutionen werden sich aber gewiss aus diesem Geschäft zurückziehen, wenn die Investitionen nicht den vorausgesetzten Erfolg einbringen.

  

Pinseln erhält gesund!

 Jahresrückblick der Markierer

 Mit der Versicherung, daß »Pinseln gesund erhält«, will Wegemeister Otto Treuter seine Wanderfreunde ermuntern, die Gilde der momentan rund 20 Markierer zu verstärken; denn auch 1972 gibt es viel zu tun. Diesen Nachweis erbringt Treuters Tätigkeitsbericht, den »der gleiche Fleiß auszeichnet, mit dem 1971 wiederum praktische Arbeit zum Wohle der Allgemeinheit geleistet wurde«. Dankbar bestätigte es Vorstand Ernst Eckerlein den Markierern, als sie nach vielen getrennten Arbeitseinsätzen kürzlich fröhlich vereint waren, um Rückblick zu halten auf das erfüllte Jahrespensum. Sie dürfen berechtigt stolz sein.

 Wie das um 53 auf 324 km erweiterte Wanderwegenetz des Vereins betreut wurde, sagt Treuters Statistik in nüchternen Zahlen wie folgt aus: 521 ehrenamtliche Arbeitsstunden; fast 670 km Fußmarsch, nahezu 1800km Anfahrt per Bahn, Bus oder PKW; die neuen oder erneuerten Wegzeichen gehen in die Hunderte; dazu u. a. über 50 Hinweisschilder eigener Produktion, angebracht an einer Vielzahl selbstgefertigter Pfähle.

Über die Ergänzungsarbeiten am „Saar-Schlesien-Weg“ (Anmerkung: jetzt „Europäischer Fernwanderweg E 3/E 6“), den neuen Wanderweg von Witzmannsberg nach Tambach und den oben skizzierten Main-Wanderweg sind unsere »Farnkraut«-Leser bereits informiert. Inzwischen wurde ein weiterer Wanderweg von Heldritt zur Alexandrinenhütte (10 km) markiert. Er schließt an den Rundwanderweg 2 an und ergänzt den Rotpunkt-Zielwanderweg von Coburg zur Sennigshöhe. Diese Markierung soll nun über Heldritt hinaus nach Rodach und weiter durch den Callenberger Forst zurück nach Coburg fortgesetzt werden. Damit entsteht ein großer Rundwanderweg durch den Nordwest-Bereich des Coburger Landes. Ähnliches ist für den Blaupunkt-Weg in den Raum Rödental-Neustadt projektiert. Er soll bis Mitwitz ausgedehnt und so zu einem großen Rundweg im Coburger Ostland werden.(Anmerkung: daraus wurde schließlich der „Carl-Escher-Weg“).

 Weitere Aufgaben für 1972: Der „Saar-Schlesien-Weg“ muß wegen des Ausbaues unserer Verkehrsstraßen teilweise verlegt, für manch anderen Wanderweg die Route abgeändert werden, bedingt u. a. durch Erschließung neuer Wohnbaugebiete, wie z. B. über der Hohen Stiege nach Siebenlinden zu. Um Anlegung von Wanderwegen bitten ferner die neuen Großgemeinden unserer Heimat, der in Rogen gegründete Heimatverein und weitere Fremdenverkehrs-interessenten. Auch ein Wanderweg von Tambach nach Seßlach ist projektiert. Dazu kommt die ständige Betreuung des Gesamtwegenetzes, das sich starken Zuspruchs der Allgemeinheit erfreut.

Otto Treuter und seine Markierer werden also auch 1972 über Arbeitsmangel nicht zu klagen haben. Zusätzliche Mitarbeiter können sie gut gebrauchen. Mit ihren Aufgaben soll sie ein Frühjahrs-Lehrgang im Wanderheim auf der Sennigshöhe vertraut machen.