Aus „Das Farnkraut“ Nr. 1/1966, unsigniert

 

Am 27. Mai 1906 war sie an der Seite ihres Gemahls Herzog Carl Eduard Ehrengast bei der Einweihung des Alexandrinenturms und ebenso am 18. Juli 1936 bei der Einweihung der Alexandrinenhütte (siehe „interner link“

Cob Zeitung 29. Mai 1906

Coburger Tageblatt 20. 7. 1936).

Einweihung

Bei dem letzteren Anlass war sie gerade 50 Jahre alt, sie wirkt auf dem Foto aber durchaus jünger. Die letzte Herzogen von Sachsen- Coburg und Gotha, eine geborene Prinzessin von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg verstarb am 3. Okt. 1970 in Grain. (WIKIPEDIA downl. 02/12).

 „Erste Bürgerin" und Landesmutter

 Herzogin Viktoria Adelheid 80 Jahre alt

 Im stillen Kreis der Familie ihrer Tochter, der schwedischen Prinzessin Sibylla, feierte Coburgs „erste Bürgerin", Herzogin Viktoria Adelheid von Sachsen-Coburg-Gotha, am 31. Januar d. J. im königlichen Schloß zu Stockholm ihren 80. Geburtstag.

 Am 11. Oktober vor 60 Jahren hat sich die damals knapp 20jährige Prinzessin aus dem Hause Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg, deren Lebensmaximen Warmherzigkeit, Einfachheit und Aufgeschlossenheit sind, mit dem jungen Coburger Herzog Carl Eduard, einem Enkel der Queen Viktoria, vermählt. Am 5. November 1905 hielt sie ihren Einzug in Coburg, das ihr einen überaus herzlichen Empfang bereitete. Die ihr alsbald aus allen Bereichen des Herzogtums entgegenströmende Sympathie der Bevölkerung begründete ein Vertrauensverhältnis, das der Herzogin die Kraft verlieh, erst recht in den kritischen Zeiten des politischen Wechsels von der Monarchie zur republikanischen Demokratie die Lage beherrschende Persönlichkeit zu bleiben, als solche allen ihr vertrauten und vertrauenden Menschen Vorbild zu sein und ihnen in hilfsbereiter Freundschaft beizustehen. Bis auf den heutigen Tag hat sich die Achtung und Wertschätzung erhalten, die sich die Herzogin durch ihre beglückende Volksverbundenheit erworben hat. Als „erste Bürgerin" ihrer neuen Heimat repräsentiert sie Coburg und das unvergessene, weil auf vielen Gebieten schöpferisch gewordene Herzogshaus nach wie vor als lebendiger Zeuge für die enge geschichtliche, wirtschaftliche und kulturelle Verbundenheit der beiden ehemaligen Residenzbereiche Coburg und Gotha ebenso wie für die naturgesetzliche Gemeinsamkeit der art- und wesensgleichen Menschen im fränkisch-thüringischen Landschaftsraum, die hier seit weit über tausend Jahren eine gemeinsame Heimat, eine gemeinsame Sprache zusammenhält, auch wenn sie durch eine Willkürgrenze zwangsläufig voneinander getrennt worden sind.

 Kennzeichnend für die Autorität und die hohe Menschlichkeit der Herzogin stellte das „Coburger Tageblatt" anlässlich ihres 80. Geburtstages u. a. fest: „Unvergessen wird es bleiben, daß die Herzogin — eine Nichte der deutschen Kaiserin Augusta Viktoria **— sich nie scheute, für sich und für andere mit dem Henkelkorb auf dem Markt einkaufen zu gehen oder nach 1945 mit dem Fahrrad vom Schloß Callenberg (ihrer ersten Nachkriegszuflucht, in deren Parkbereich der 1954 von schwerem Leiden erlöste Gatte neben dem 1941 gefallenen Sohn Hubertus letzte Ruhestatt gefunden) zum Einkauf nach Coburg zu fahren. Dieser selbstverständlichen Schlichtheit wegen zählen sie die Coburger zu den ihrigen. Sie vergessen nie, was sie ihrer einstigen Landesmutter zu verdanken haben."

Als Coburgs „erste Bürgerin" ist Herzogin Viktoria Adelheid Landesmutter im tiefsten Sinne geblieben. Als solcher bleiben ihr alle ihre Freunde im fränkisch-thüringischen Raum auch in ihrem neunten Lebensjahrzehnt in Verehrung zugetan.

** = Gemahlin des letzten Deutschen Kaisers Wilhelm II