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Verhältnismässig wenige Wfr. trafen sich am 3. Mai früh in Coburg -  “Berliner Platz”, um an der traditionellen “Vogelstimmenwanderung” teilzunehmen. Es lag wohl an den ungünstigen Wettervorhersagen. Aber: während es andernorts kräftig “goss”, wurden wir nur durch gelegentlichen Nieselregen beeinträchtigt.

Per PKW-Anfahrt erreichten wir Bad Rodach, den Parkplatz “Storchennest”.

Dort gab es gleich Gelegenheit zu mehreren Beobachtungen: das Storchenpaar auf dem Schornstein des ehem. Sägewerkes Ritz sowie, wenn auch vor allema akustisch, der Gesang der Nachtigall.  Auch andere Singvogelarten ließen sich vernehmen. Reißenweber betonte, dass  bei den Singvögeln in der Regel die Männchen sich mit Gesang vernehmen lassen. Es handelt sich um ein Revierverhalten. Die “hochbegabte Nachtigall” (Paul Gerhardt) ist also in Wirklichkeit ein “er”. Wir gingen nun entlang der Rodach in Richtung Schweighof. Das Ufergehölz sowie ausgedehnte Grasflächen bieten guten Lebensraum und Nahrungsgrundlage für zahlreiche Singvögel. Unter anderem ließen sich Zaunkönig und Wendehals vernehmen.

Ein ausgesprochener Glanzpunkt ist dort die ökologische Ausgleichsfläche mit Beweidung einer kleinen Herde von “Galloway”-Rindern.

 

P5030052 ökologische Flächen Schweighof
P5030054 Schweighof Bad Rodach

Die Galloways sind eine sehr alte, hornlose und robuste Rinderrasse. Sie stammt  aus Großbrittanien, wo sie schon zur Römer-Zeit bekannt war.  Die Geschichte des Schweighofes geht bis in das Mittelalter zurück. Ursprünglich demnach Besitztum von Kloster Veßra, welches auf dem nahen Georgenberg eine Probstei unterhielt.Der Name “Schweighof” deutet darauf hin, dass schon damals im wesentlichen Viehzucht betrieben worden ist.  Nach der Reformation fürstlicher Besitz, zunächst Hennebergs  , später Wettin. Seit 1920 im Besitz des Freistaates Bayern.

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Wir wandten uns nun auf der alten Fahrstraße in die Richtung zum “Gauerstadter Berg”. Auf der Höhe “316” wurde eine kurze Rast eingelegt.  Neuerdings  wird  die Landschaft hier durch die Ansiedlung von “Konik”-Pferden  in einem Gehege. Auch dies ist eine Naturschutzmaßname des Landkreises Coburg.  Die Pferde,  eine Wildpferdeart, ließen sich aber nur von der Ferne sehen.  Wir wandten uns nun  dem Flußlauf entlang in die Richtung Hainmühle. Sogar einen - wenn auch kleinen - Biberdamm konnten wir hier beobachten. Ab Hainmühle wandten wir uns dann nach Gauerstadt.

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Beobachtung am Rande in Gauerstadt: ein kleiner Geflügelbestand mit Hühner und Höckergänsen. Auch das ist ein schöner Anblick: im Prinzip natürlich Nutzgeflügel, das aber nicht ausschließlich aus wirtschaftlichen Gründen gehalten wird und vor allem an einem guten Auslauf  erfreuen kann. .Wer die Galloway-Rinder auf Schweighof, wer dieses Geflügel beobachtet, kann wohl alles ignorieren, was die Apologeten der Massentierhaltung vorbringen. Es lässt sich nicht leugnen, dass die Tiere Lebensfreude empfinden, das sie in der  konventionellen Haltung  vermissen. 
Wir wandten uns nun in Richtung Rodacher Wald. Über uns ließen sich Feldlerchen vernehmen. Den Wald erreichten wir am Spanierteich, wo einige Freizeitfischer ihrem Hobby nachgingen. Es entspann sich ein kurzer Diskurs über den vermutlichen Ursprung des Namens. Siehe hierzu auch unseren Bericht über eine Dreikönigswanderung im Jahre 2012.

Im Rodacher Wald erreichten wir als nächstes den Ratsteich. Die Jägersruh wurde diesmal links liegen gelassen, wir kamen am Campingplatz vorbei und erreichten den Georgenberg zur einer gemütlichen Mittagseinkehr.

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Draußen hatte es in der Zwischenzeit geregnet. Es war vom Georgenberg aus nicht mehr weit bis zum Ausgangspunkt dieser Wanderung. Mit dem Dank an den Wanderführer schloss diese Veranstaltung am frühen Nachmittag.