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Vogelstimmenwanderung im schönen Monat Mai

Am 2. Mai vertrauten sich wenige Wanderfreunde dem bewährten Naturschutzwart Frank Reißenweber an, um mit ihm im Mündungsbereich von

Itz und Baunach in den Main die Vögel zu belauschen, die im Frühling mit ihrem Gesang ihre Reviere abgrenzen und zur Paarung die Weibchen locken. Aktiv sind unsere gefiederten Freunde besonders früh.

Aufmerksam verfolgten die Wanderer die aufschlussreichen Ausführungen des Wanderführers. Die Natur zeigte ihr schönstes  Kleid.

Bereits anfangs bei Höfen, dem Ausgangspunkt, ließ sich der Kuckuck, der seinen Nachwuchs "Pflegeeltern" unterschiebt, vernehmen. Feldlerchen erhoben sich jubilierend in die Luft, eine Krähe flog auf und die Goldammer begab sich in eine Hecke. Im Lauf des Vormittags ließen sich vier Arten der Grasmücke hören, nämlich Dorn-, Garten-, Mönchs- und Klappergrasmücke. Jede von ihnen ist an ihrem typischen Ton zu erkennen. Als einer der letzten ist der Fitislaubsänger, der südlich der Sahara überwintert, angekommen. In Büschen hielten sich Neuntöter und Feldschwirl auf.

Der Weg führte sachte hinauf auf den Kraiberg, der mit seinem frischen

Buchenlaub beglückte. Die seltene Hohltaube zieht in die vom Schwarzspecht gezimmerten Baumhöhlen ein. An einem alten Baumstamm hatte der Specht ganze Arbeit geleistet. Die Wanderer befanden sich im "Naturpark Haßberge" und wechselten vom "Pfaffenritt“ auf den "Mainwanderweg". An der Bildeiche stand ein Mehlbeerenbaum, am Boden bewegte sich eine Tigerschnirkel, d. h. eine Nacktschnecke, die keinen Schaden anrichtet. Maiglöckchen, Goldnessel und Knoblauchrauke blühten. Munter sangen Singdrossel, Rotkehlchen, Kleiber und Zilpzalp. Ferner meldeten sich Mittel- und Buntspecht. Die Amsel lebte vor nicht allzu langer Zeit vor allem im Wald.

Am Gedenkstein für einen tödlich verunglückten Förster fand die Frühstückspause statt. Die heitere Wanderschar genoss die Aussicht in die ausgedehnte Flussaue, der größten in Oberfranken, mit Main, Itz sowie Baunach. Beim Abstieg durch herrliche Obststreuwiesen und Heckenlandschaft entdeckte der Wanderführer zur Freude aller einen Maikäfer an einem Stängel einer Rapsblüte und zeigte ihn in erstarrter Form in seiner Hand. Auf einem Acker wuchs das Barbarakraut.

In Baunach sahen die Wanderer Girlitz und Bachstelze, hörten die Türkentaube und vor allem Nachtigallen. Ihre Aufmerksamkeit galt außerdem einer "Fischtreppe" und einer Sonnenuhr. Mehlschwalben und Mauersegler drehten ihre Runden. Auf einem Rasen hatte sich ein Star niedergelassen. In der Stadt erfreute der Marktplatz und an einem Haus der Blauregen, verhältnismäßig früh im Jahr. Nach einer stärkenden Mittagseinkehr im "Obleyhof" hatte sich der Himmel etwas aufgeklart und die Sicht verbesserte sich. Die Wanderung führte durch die Flussaue. Auf einem Baggersee schwammen Graugänse,die die bereits ihre Jungen ausführten. Auf einer stand eine Gruppe Kanadagänse, die nicht bejagt werden. Auf einer kleinen Insel hatte sich ein Kormoran, der Vogel des Jahres, niedergelassen. Sogar die seltenen Löffelenten hielten sich im Wasser auf. Erkannt wurden auch Reiherente und Rohrweihe. Rastende Kampfläufer, die noch weiter nach Norddeutschland und in die Tundra Skandinaviens ziehen, flogen vorüber.

In Daschendorf statteten die Coburger der Itz einen Besuch ab. Dann führte der Weg nochmals auf den Kraiberg. In einem Gehege befanden sich Esel, Schafe  und weiter entfernt sogar ein Mufflon. Im Walde war es ruhiger geworden, weil sich die Vögel auf Nahrungssuche begeben hatten. Vereinzelt wachsen Nadelbäume. Nach einem kurzen Abstieg wurde das Ziel Höfen erreicht. Der Dank der Wanderfreunde galt dem Vogelexperten Frank Reißenweber für eine Wanderung mit wertvollen Erläuterungen in einer abwechslungsreichen Landschaft.

Renate Haenel

Anmerkung: die geringe Beteiligung lag zweifellos am Wetter. Es war dies die Fortsetzung der in diesem Frühjahr recht ausgedehnten Schlechtwetterperiode.

 

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